In vielen europäischen Ländern wurden in verschiedenen Städten Umweltzonen eingerichtet, in denen nur Autos mit geringen Emissionen fahren dürfen. Das soll die Luftqualität in den Innenstädten verbessern. Um zu kontrollieren, ob Autos dort fahren dürfen, haben sie eine Umweltplakette an der Windschutzscheibe. Diese Plaketten gibt es in verschiedenen Farben, je nachdem, wie viel Feinstaub ein Auto ausstößt. Aber wie funktioniert das, wenn du ein Auto mietest? Wir erklären es dir im Folgenden, allerdings mit dem Vorbehalt: Die Anzahl der Umweltzonen und -maßnahmen ändert sich ständig.
Zum Glück musst du dir beim Mieten eines Autos in der Regel kaum Sorgen machen. Erstens sind Mietwagen im Allgemeinen recht neu (oft jünger als 2 Jahre) und erfüllen daher meist die strengsten Umweltnormen. Zweitens sind Mietwagen in Ländern, in denen das erforderlich ist, manchmal bereits mit einer Umweltplakette ausgestattet – aber nicht immer! Übrigens ist eine solche Plakette nirgendwo allgemein vorgeschrieben. Du kannst schöne Rundreisen mit einem Mietwagen ohne Plakette unternehmen, solange du darauf achtest, niemals in die Umweltzonen von Städten hineinzufahren.
In größeren Städten in Belgien wurden Umweltzonen eingerichtet, auf Niederländisch „lage-emissiezone“ (LEZ) genannt, auf Französisch „zone de basses émissions“ (ZBE). Der Zugang ist nur für ältere Fahrzeuge eingeschränkt. Das wird anhand des belgischen oder niederländischen Kennzeichens überprüft. Fahrer von Autos aus anderen Ländern, also auch von Mietwagen, müssen ihr Kennzeichen erst registrieren, um die Umweltzone befahren zu dürfen.
In Deutschland geltenUmweltzonen in allen größeren Städten und im gesamten Ruhrgebiet. Um dort fahren zu dürfen, brauchst du eine grüneUmweltplakette (auch Feinstaubplakette genannt). Viele der in Deutschland angebotenen Mietwagen haben bereits eine solche Plakette. Sollte das nicht der Fall sein, kannst du die Plakette bei Kfz-Prüfstellen wie DEKRA, A.T.U. und TÜV kaufen.
In Frankreich wird zwischen permanenten Umweltzonen (Zone à Faibles Emissions – ZFE) und temporären (Zone de Protection de l’Air – ZPA) unterschieden. Eine solche temporäre Zone tritt bei starker Luftverschmutzung in Kraft. Die französische Umweltplakette heißt Crit’Air. Diese Plakette ist bei der Anmietung eines Autos in Frankreich längst nicht immer im Preis inbegriffen. Du kannst nämlich ganz einfach mit einem Mietwagen durch das Land fahren, ohne jemals eine Umweltzone zu durchqueren. Eine französische Umweltplakette kannst du ausschließlich online bestellen, aber das Kennzeichen des Mietwagens kennst du im Voraus nicht. Bitte den Vermieter daher, eine Umweltplakette zu beantragen, wenn du vorhast, durch französische Umweltzonen zu fahren. Du kannst das auch selbst erledigen, nachdem du den Mietwagen abgeholt hast. Die vorläufige Bestätigung deiner Beantragung (die du ganz schnell per E-Mail erhältst) legst du hinter die Windschutzscheibe.
Einige Städte in den Niederlanden (unter anderem Amsterdam, Den Haag und Utrecht) haben Umweltzonen eingerichtet, aber der Zugang ist nur für (ältere) Dieselautos eingeschränkt. Die meisten Mietwagen haben also freien Zugang. In den Niederlanden sind (noch) keine Umweltplaketten vorgeschrieben.
In Spanien wird eine Umweltzone als „zona de bajas emisiones“ (Niedrigemissionszone) bezeichnet. Die spanische Regierung hat beschlossen, dass alle Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern eine Umweltzone einrichten müssen. Die spanische Umweltplakette heißt „etiqueta ambiental “ oder auch „distintivo ambiental“. Ein Auto, das du in Spanien mietest, hat nicht immer eine solche Plakette, aber du kannst sie ganz einfach bei der örtlichen Post (Correos) kaufen. Anhand des Kennzeichens weiß man dort, welche Umweltplakette zu deinem Mietwagen gehört. Barcelona ist eine Ausnahme – für diese Stadt brauchst du keine Plakette. Die Überprüfung, ob du in der Umweltzone fahren darfst, erfolgt vollautomatisch über das spanische Kennzeichen. Fahrer von ausländischen (Miet-)Autos, die in die Umweltzone der katalanischen Hauptstadt einfahren wollen, müssen ihr Kennzeichen zunächst registrieren lassen.
Eine Umweltzone ist nicht dasselbe wie eine Zone mit eingeschränktem Autoverkehr. In einer Umweltzone darfst du fahren, wenn dein (Miet-)Auto bestimmte Umweltstandards erfüllt; in einer Zone mit Verkehrsbeschränkung darfst du nur mit einer Genehmigung fahren. Anwohner haben eine Genehmigung, und auch (Liefer-)Fahrzeuge, die Unternehmen beliefern, dürfen dort hineinfahren. Du als Fahrer eines Mietwagens jedoch nicht!
Das Paradebeispiel für Gebiete mit eingeschränktem Autoverkehr sind die „Zona Traffico Limitato“ (ZTL) in fast allen historischen Stadtzentren Italiens. Dafür kannst du keine Vignette kaufen, du darfst dort einfach nicht hineinfahren. Hinter den Verbotsschildern hängen Kameras, die Verstöße gnadenlos aufzeichnen, und die Bußgelder sind hoch! Manchmal darfst du zu bestimmten Zeiten dort fahren, aber es ist besser, diese Zonen ganz zu meiden, wenn du mit einem Mietwagen durch Italien fährst. In den meisten Fällen gibt es direkt außerhalb dieser Zonen genügend Parkplätze.
Auch in spanischen Städten gibt es Zonen mit eingeschränktem Autoverkehr, die du mit einem Mietwagen besser meiden solltest. Dort heißen sie APR, die Abkürzung für „Área de Prioridad Residencial“.
Wenn ein Mietwagen bereits mit einer Umweltplakette ausgestattet ist, gilt diese nur für das Land, in dem du das Auto gemietet hast (oder besser gesagt: in dem das Auto zugelassen ist). Das gilt auch, wenn du dir im Land der Anmietung selbst eine Plakette gekauft hast. Aber was ist, wenn du durch mehrere Länder fahren möchtest? Trotz der Zusammenarbeit innerhalb der EU sind Umweltplaketten eines Landes in der Regel in einem anderen Land nicht gültig. Die positive Ausnahme bildet Spanien. In diesem Land sind die deutschen und französischen Umweltplaketten ganz normal gültig, außer in Barcelona, da diese Stadt die Kennzeichen überprüft. Umgekehrt ist eine spanische Umweltplakette in Frankreich oder Deutschland nicht gültig.
Übrigens brauchst du die Erlaubnis des Vermieters, wenn du mit deinem Mietwagen die Grenze überqueren willst. Bei der Buchung kannst du angeben, ob du vorhast, in einem anderen Land zu fahren.
In allen Ländern ist der Fahrer eines Autos für das Vorhandensein einer Umweltplakette verantwortlich, nicht der Eigentümer (also der Autovermieter). Wenn dein Mietwagen keine Umweltplakette hat und du durch eine Umweltzone fährst, kannst du den Vermieter daher nicht für das entstandene Bußgeld haftbar machen.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.