Budapest, die wunderschöne Hauptstadt Ungarns, ist ein beliebtes Ziel für Städtereisen, und auch der Plattensee zieht viele Touristen an – aber wusstest du, dass das Land noch viel mehr Schönes zu bieten hat? So sind die ungarischen Städte durchweg kleine Juwelen, und es ist herrlich, durch die hügelige Landschaft zu fahren, die von alten Ruinen, malerischen Dörfern und Weinbergen geprägt ist. Das flache Tiefland im Osten mit seinen vielen Seen hat einen ganz eigenen Charme.
Für eine Rundreise durch Ungarn reicht der öffentliche Nahverkehr nicht aus – da ist es viel besser, ein Auto zu mieten. Mit einem Mietwagen kannst du so viel wie möglich von diesem faszinierenden Land sehen und bist außerdem total flexibel. Du kommst an Orte, an denen kaum oder gar keine anderen Touristen sind, und lernst die freundlichen, gastfreundlichen Ungarn kennen.
Die ungarische Hauptstadt liegt zu beiden Seiten der Donau: Buda am rechten Ufer und Pest am linken Ufer. Jahrhundertelang waren es zwei getrennte Städte, bis sie 1873 zu Budapest zusammengeschlossen wurden. Einige Jahre später entstand das Országház (Parlamentsgebäude) am Flussufer. Es steht in Pest, aber dieses ziemlich pompöse Bauwerk sieht man am besten vom anderen Ufer aus.
Buda ist hügelig, und hoch über diesem Stadtteil thront der ehemalige Königspalast auf dem Burgberg (Várhegy). Dort bekommst du einen Einblick in die goldenen Jahre des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs und das Leben der Aristokratie jener Zeit. Im Palast ist unter anderem die Nationalgalerie untergebracht, mit ungarischer Malerei und Bildhauerei seit dem Mittelalter. Die Fischerbastei mit ihren sieben Türmchen sieht aus wie eine alte Festung, ist es aber nicht. Sie wurde um 1900 erbaut und bietet einen Panoramablick über Budapest.
Eine ebenso schöne Aussicht, allerdings auf der anderen Seite der Donau, hast du vom Turm der St.-Stephans-Basilika (Szent István Bazilika) im flachen Stadtteil Pest. In der Kirche wird die rechte Hand des ersten ungarischen Königs, des Heiligen Stephan, aufbewahrt. Pest ist das wirtschaftliche Herz von Budapest, voller belebter Einkaufsstraßen, großer Plätze und breiter Boulevards. Dort steht auch die Große Markthalle (Nagycsarnok), eine der schönsten und größten Markthallen Europas.
Glaub bloß nicht, dass Budapest ein Freilichtmuseum ist. Die alten und eleganten Sehenswürdigkeiten fügen sich nahtlos in das lebhafte Stadtbild ein. So findest du dort schicke, traditionelle Kaffeehäuser voller Leben, pulsierende Bars und aufregende Nachtclubs. Im Stadtteil Pest stößt du überall auf sogenannte Ruinenbars. Das sind alte, verlassene Häuser und Gärten, die in angesagte Locations verwandelt wurden. Um das „Ruinen-Feeling“ zu unterstreichen, bestehen die Bar, die Möbel und die Dekoration oft aus Altholz oder Second-Hand-Sachen. Die erste und bekannteste Ruinenbar ist das Szimpla Kert (Einfacher Garten), das eigentlich aus mehreren Bars und einer Kunstgalerie besteht. Andere beliebte Bars in Budapest sind das Lampas und das Instant Fogas. In diesen Ruinenbars treten oft Bands auf.
Schon die Römer bauten Badehäuser an den Thermalquellen rund um den Burgberg, und während der osmanischen Herrschaft kamen noch viele weitere hinzu. Budapest zählt heute Dutzende von Badehäusern, von denen eines schöner ist als das andere. Das Rudas-Badehaus versprüht noch immer eine echte orientalische Atmosphäre und hat eine beeindruckende Kuppel aus Buntglas. Auch die Badehäuser Széchenyi und Gellért sind wunderschön.
Etwas nördlich von Budapest liegt das Künstlerstädtchen Szentendre, was auf Ungarisch „St. Andreas“ bedeutet. Es ist zweifellos ein malerisches Städtchen, wird aber in den Sommermonaten und an den Wochenenden von Tagesausflüglern überrannt. Es ist nicht schwer zu erkennen, warum es so beliebt ist, denn es hat ein bisschen mediterranes Flair, ganz anders als die Hauptstadt. Nachdem du durch die gepflasterten Gassen geschlendert bist und dir die Kunst in den vielen Galerien angesehen hast, genießt du ein Getränk oder einen Happen am Flussufer.
Wenn du in Budapest ein Auto gemietet hast, sind es etwa fünfzig Kilometer bis nach Esztergom. Nimm dafür die Strecke über Pomáz und Pilisszentkereszt, die dich durch die Hügel des dicht bewaldeten Nationalparks Duna-Ipoly fährst. Dort kannst du einen schönen Spaziergang durch das Tal des Baches Dera machen. Von der Hauptstraße aus siehst du einen kleinen Seitenweg, der zu einem großen Parkplatz führt.
Esztergom ist die ursprüngliche Hauptstadt des Königreichs Ungarn und liegt ebenfalls an der Donau, die hier die Grenze zur Slowakei bildet. Es ist der Sitz des höchsten ungarischen Erzbischofs, und an religiösen Bauwerken mangelt es daher nicht. Das Prunkstück ist die gigantische Basilika, die größte Kirche Ungarns. Die Kuppel ist gut siebzig Meter hoch und im Inneren siehst du ein riesiges Altarbild. In der St.-Stephans-Kapelle sind wertvolle Gold- und Silberschmuckstücke ausgestellt. Bei gutem Wetter kannst du auf den Balkon der Kuppel hinaufsteigen und hast von dort einen herrlichen Blick über die Donau-Biegung und auf die Slowakei auf der anderen Seite. Du kannst dieses Land ohne Grenzkontrolle besuchen, aber wenn du das mit dem Mietwagen machst, musst du bei der Buchung unbedingt angeben, dass du die Grenze überquerst.
Das relativ kleine Schloss von Esztergom, direkt neben dem Dom, war ebenfalls königliche Residenz – vom ersten König Stephan bis zur Eroberung durch die Osmanen. Es ist ein imposantes Schloss mit einem Museum über die verschiedenen Bewohner und ebenfalls einer fantastischen Aussicht.
Von Esztergom aus nimmst du die malerische Strecke entlang der Donau-Schleife nach Visegrád, einer kleinen Stadt, die für ihr mittelalterliches Erbe bekannt ist. Hoch auf einem Felsen thronen die Überreste der Burg von Visegrád, zu der du mit deinem Mietwagen über eine kurvenreiche Straße fährst. Hast du noch nicht genug von den Ausblicken auf die Donau? Dann kommst du hier voll auf deine Kosten – die Straße hinauf heißt nicht umsonst „Panoráma út“. Unterwegs gibt es bereits mehrere Aussichtspunkte, an denen du anhalten kannst, aber von der Burg aus hast du einen Panoramablick. Pass aber auf Motorradfahrer auf, denn die nutzen diese Straße gerne, um ihre Kunststücke zu zeigen. Unterhalb der Burg steht der Königspalast. Einige der ursprünglichen Mauern sind noch erhalten, aber der größte Teil wurde rekonstruiert.
Lust auf ein bisschen Action? Dann fahr nach der Burg noch ein Stück weiter bergauf und du kommst zu einem Abenteuerpark, wo du Bob fahren und Seilrutschen kannst. Kinder werden viel Spaß beim Klettern und Kraxeln zwischen den Bäumen haben. Außerdem kannst du in der Umgebung von Visegrád viele Wander- und Radtouren unternehmen, unter anderem durch die dichten Wälder rund um das Dorf Pilisszentlászló.
Etwas ganz anderes als königlichen Glanz und Glamour findest du im Dorf Hollókő. Der schnellste Weg dorthin führt über die Budapester Ringstraße und die Autobahn M3. Du kannst auch in Visegrád mit der Fähre die Donau überqueren und dann über die Route 22 nach Osten fahren. In diesem besonderen Dorf stehen traditionelle Häuser mit weiß getünchten Lehmwänden, Strohdächern und verzierten Holzvorbauten, die typisch für das Volk der Palóc sind. Die Palóc haben ihre einzigartigen Traditionen bewahrt, und der alte Teil des Dorfes ist teilweise als ethnografisches Museum eingerichtet. Dort kannst du Trachten bewundern, außerdem gibt es Vorführungen von Handwerk und traditionellen Arbeitsmethoden.
Vom Parkplatz führt ein Weg zur teilweise restaurierten mittelalterlichen Burg von Hollókő. Schön ist, dass in dieser Burg Räume so eingerichtet sind, wie sie im 13. Jahrhundert aussahen.
Fahre von Hollókő nach Pásztó und nimm dann die Straße Richtung Galyatető. Du fährst durch eine wunderschöne Landschaft – ein Vorgeschmack auf das, was dich weiter vorne erwartet. Halte deinen Mietwagen ab und zu am Straßenrand an und mach einen Spaziergang. Zum Beispiel zu den Ruinen der Burg von Hasznos – nicht wegen der wenigen Überreste selbst, sondern wegen der Aussicht auf einen Stausee. Außerdem findest du entlang dieser Straße Pfade zu kleinen Wasserfällen, urigen Bächen und Quellen. Schön ist auch der Wanderweg durch das Klapperschlangental (Csörgő-szurdok).
Vor und nach Galyatető hast du schon einige Haarnadelkurven hinter dir, aber richtig spannend wird es, wenn du die Hauptstraße nach Eger erreichst (Route 24). Es ist eine herrlich kurvige Straße mit ausgezeichnetem Asphalt, aber achte auch hier wieder auf Motorradfahrer, vor allem, wenn du am Wochenende unterwegs bist. Willst du zum höchsten Berg Ungarns, dem Kékes (1014 m)? Dann fahr nicht direkt nach Eger, sondern nimm erst die Richtung Mátraháza. Bei diesem Dorf nimmst du die Abzweigung nach Kékestető und nach gut drei Kilometern kannst du den Mietwagen direkt unterhalb des eigentlichen Gipfels parken. Dort kann es allerdings sehr voll sein.
Eger ist eine historische Stadt, berühmt für ihre Burg aus dem 13. Jahrhundert, ihre Thermalbäder und ihren kräftigen Wein. Die Burg von Eger spielte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung gegen den Vormarsch der Osmanen. Hier gelang es im Jahr 1552 nur zweitausend Ungarn, eine Armee von sechzigtausend Osmanen zurückzuschlagen. Nicht nur Männer kämpften, auch die Frauen von Eger leisteten ihren Beitrag, indem sie die einfallende Armee von den Burgmauern aus mit heißem Öl und Fett übergossen. Nach einer 38-tägigen Belagerung zogen sich die Osmanen zurück. Erst vierzehn Jahre später gelang es ihnen, Eger einzunehmen. Daran erinnert das vierzig Meter hohe Minarett, das nördlichste Minarett des Osmanischen Reiches. In den unterirdischen Gängen der Burg wird der heldenhafte Kampf um die Festung lebendig gehalten.
Der zentrale Platz von Eger ist nach dem Mann benannt, der die Truppen im Kampf gegen die Türken anführte – Dobó István – und wird von wunderschönen Gebäuden im Barockstil umgeben, darunter die Minoritenkirche St. Antonius. Weitere historische Bauwerke sind die Kathedrale und das Lyzeum. In der gemütlichen Innenstadt finden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten statt.
Das Tal der Schönen Dame (Szépasszonyvölgy) ist ein berühmtes Weinanbaugebiet und liegt etwa dreißig Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt, aber du kannst natürlich auch mit deinem Mietwagen dorthin fahren. Wenn du von dem berühmten lokalen Wein „Egri Bikavér“ (Stierblut) gar nicht genug bekommen kannst, solltest du besser den kleinen Zug nehmen, der zwischen dem Zentrum und dem Tal verkehrt. Der Name des Weins soll mit der Verteidigung der Stadt im 16. Jahrhundert zusammenhängen. Die Osmanen glaubten, dass die wilden Ungarn ihre Kraft aus dem Trinken von Stierblut schöpften. Ob das Getränk tatsächlich so viel Kraft verleiht, kannst du selbst in einem oder mehreren der Dutzenden Weinkeller herausfinden.
Der Bükk-Nationalpark ist eines der schönsten Naturgebiete Ungarns. Wenn du von Eger aus nach Norden fährst, gelangst du ins Tal des Flusses Szalajka. Vom Parkplatz bei Szilvásvárad aus kannst du zum hölzernen Aussichtsturm „Millennium“ laufen, aber du kannst mit deinem Mietwagen über eine ziemlich schmale Straße auch etwas näher heranfahren. Es gibt einen kleinen Touristenzug, der dem Flusslauf folgt, aber es macht mehr Spaß, eine der vielen Wanderrouten zu erkunden. Eine Top-Sehenswürdigkeit ist der Fátyol-Wasserfall, der aus mehreren aufeinanderfolgenden „Stufen“ besteht. Etwas weiter kommst du zur Istállós-kő-Höhle, in der Spuren prähistorischer Besiedlung gefunden wurden. Im Bükk-Gebirge sind mehr als tausend Höhlen bekannt, darunter einige der tiefsten in Ungarn.
Eine weitere Möglichkeit, den Bükk-Nationalpark zu erkunden, ist, mit deinem Mietwagen die wunderschöne Straße zwischen Felsotarkarny und Lillafüred entlangzufahren. Wenn du von Eger nach Felsotarkarny fährst, bist du vielleicht zunächst etwas enttäuscht, denn dieser Abschnitt ist schnurgerade. Doch danach schlängelt sich diese vierzig Kilometer lange Straße mit anspruchsvollen Haarnadelkurven durch dichte, grüne Wälder, über sanfte Hügel und einige steile Anstiege. Auch entlang dieser Strecke gibt es genug Gründe, kurz anzuhalten. Zum Beispiel, um die Höhlen Vaskapu oder Lök-völgyi zu besichtigen. Außerdem gibt es verschiedene Quellen, aus denen das Wasser zwischen den Felsen hervorsprudelt. Kurz vor Lillafüret liegt der Eingang zur Szent-István-Höhle direkt neben der Straße. Diese Höhle ist bekannt für ihre wunderschönen Stalaktiten. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Lillafüret ist der zwanzig Meter hohe Szinva-Wasserfall. In der Umgebung kannst du schöne Wanderungen unternehmen, unter anderem zu den bizarren Felsformationen von Molnár.
Etwas östlich von Lillafüret steht das Schloss von Diósgyőr. König Ludwig I. ließ es im 14. Jahrhundert errichten, und die Könige nach ihm verschenkten es stets als Verlobungsgeschenk an ihre zukünftige Frau. Daher der Spitzname „Schloss der Königinnen“. Die Renovierung des Schlosses ist jahrelang ins Stocken geraten, aber wenn alles nach Plan läuft, soll sie 2025 abgeschlossen sein und das Schloss wieder besichtigt werden können. Schau auf der Website nach, wie der aktuelle Stand ist.
Es ist ein quadratisches Schloss mit einem uneinnehmbar wirkenden Turm an jeder Ecke. Die Räume sind mit Möbeln im mittelalterlichen Stil eingerichtet, und das Leben jener Zeit wird durch Mitarbeiter, die in mittelalterlicher Kleidung herumlaufen, besonders hervorgehoben. Das Prunkstück ist der Rittersaal mit einer Fläche von 380 Quadratmetern und damit einer der größten Räume mittelalterlicher Burgen in Mitteleuropa.
Neben der Burg liegt die Arena, in der im Sommer Konzerte, Theateraufführungen, Festivals und historische Spiele stattfinden, darunter Lanzenstechturniere mit „Rittern“ zu Pferd.
Miskolctapolca ist ein Vorort der Stadt Miskolc und vor allem für das Höhlenbad im Közpark bekannt. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, in den Warmwasserquellen eines großen Höhlensystems zu planschen, zu spritzen und zu spielen. Das Karstwasser soll zudem eine heilende Wirkung haben. Die Anlage ist ziemlich groß. Neben dem alten Bad in der Höhle gibt es verschiedene Innen- und Außenbecken, Kinderbecken, Dampfbäder, Saunen und Solarien.
Etwa vierzig Kilometer nördlich von Miskolc erreichst du den weitläufigen Aggtelek-Nationalpark, ein wunderschönes Waldgebiet, in dem du lange Wanderungen unternehmen kannst, das aber vor allem für seine beeindruckenden Karsthöhlen bekannt ist. Die bekannteste davon ist die Baradla-Höhle, die ganze 25 Kilometer lang ist und bis unter das Gebiet der Slowakei reicht. Es gibt zwei Stellen, an denen du deinen Mietwagen für eine Führung durch die Höhle parken kannst. Die kurze Tour von etwa einer Stunde startet am Parkplatz beim Dorf Jósvafő, die längere Führung von gut anderthalb Stunden beginnt am Parkplatz Vörös-tó. Unterwegs begegnest du atemberaubenden Formationen in kaleidoskopischen Farben und beeindruckenden Sälen mit fantasievollen Namen wie „Die Zunge der Schwiegermutter“, „Der Weihnachtsmann“, „Der Tiger“ und „Der Drachenkopf“. Der größte Saal der Höhle hat eine fantastische Akustik und im Sommer finden dort regelmäßig Konzerte statt.
Wenn du auf dem Weg in die Weinregion Tokaj bist, lohnt es sich auf jeden Fall, einen Abstecher nach Boldogkőváralja am Fuße des Zemplén-Gebirges zu machen. Die mittelalterliche Burg dieses Dorfes ist zwar recht klein, aber ein echtes Juwel! Sie ist nicht nur größtenteils gut erhalten und wunderschön restauriert, sondern beherbergt auch eine riesige Sammlung von Zinnsoldaten. Die Miniaturmodelle stellen verschiedene ungarische Schlachten dar. Das Highlight ist die Aussichtsbastion und der Weg dorthin über einen ganz schmalen Felsvorsprung.
Während Eger das Zentrum für ziemlich kräftige Rotweine ist, dreht sich in und um Tokaj alles um weiße, süße Weine, die meist zum Dessert getrunken werden. Tokaji Aszú wird hier schon seit dem 16. Jahrhundert hergestellt. Die Region bietet ideale Bedingungen für die Entwicklung eines bestimmten Pilzes, der die Schale der Trauben durchdringt – die sogenannte Edelfäule. Anschließend sorgt die Herbstsonne für erhöhte Zuckerkonzentrationen. Die jahrhundertealten Weinkeller von Tokaj weisen eine hohe Luftfeuchtigkeit auf, wodurch die Wände und Gewölbedecken mit einer dicken Pilzschicht überzogen sind.
Die Umgebung von Tokaj ist eine geschützte Kulturlandschaft, und du kannst dort verschiedene Weingüter besuchen. Nach einer Einführung in die traditionellen Methoden der Weinherstellung folgt immer eine Verkostung. Das Gläschen ist kostenlos, aber es wird erwartet, dass du eine oder mehrere Flaschen kaufst. Die Weinkeller am Gombos-Hügel nördlich von Tokaj fallen durch ihr charakteristisches dreieckiges Dach auf.
Das Gebiet direkt nördlich von Tokaj wird jedes Frühjahr durch den steigenden Wasserstand der Flüsse Bodrog und Tisza überflutet. Zwischen Mitte April und Ende Mai ist es ein Sumpfgebiet, durch das man mit Kanus fahren kann. Du fährst durch eine wunderschöne grüne Landschaft, in der sich Falken, Adler, Reiher und andere Vögel zu Hause fühlen.
Westlich von Debrecen liegt der Nationalpark Hortobágy, das älteste und größte Schutzgebiet Ungarns. Früher bestand fast die gesamte ungarische Tiefebene aus der typischen Puszta-Landschaft, doch mittlerweile wird ein Großteil davon für den Ackerbau genutzt. Das ungarische Wort „puszta“ bedeutet „Leere“, und ursprünglich weideten auf der endlosen Steppe vor allem Schafe. Außerdem wurden dort Pferde gezüchtet, und auch heute noch gibt es verschiedene renommierte Pferdezuchtbetriebe. Der bekannteste ist Hortobágy Máta, wo Reiter (Csikós) regelmäßig ihre Künste vorführen.
Das Besucherzentrum im Dorf Hortobágy bietet umfassende Informationen zu den Aktivitäten, Sehenswürdigkeiten und Naturwanderungen im Nationalpark. Dort kannst du zum Beispiel einen Ausflug in den Vadaspark buchen, in dem Tiere wie Graurinder, Wölfe, Füchse, Przewalski-Pferde, Störche und Pelikane leben. Außerdem kannst du eine Planwagenfahrt machen oder selbst reiten. Im Hirtenmuseum (Pásztormúzeum) erfährst du alles über die traditionelle Lebensweise der ungarischen Hirten. Das Museum liegt ganz in der Nähe der berühmten Regenbogenbrücke (Kilenclyukú híd) aus dem 19. Jahrhundert.
Die Puszta besteht aus mehr als nur Grasland – durch die Überschwemmungen des Flusses Tisza sind auch Sümpfe und kleine Seen entstanden. Früher brüteten in dieser Gegend Kraniche, doch heute ziehen diese Vögel nur noch durch. Die großen Schwärme von Kranichen sind im Herbst ein spektakulärer Anblick.
Mit einem Mietwagen sind es etwa zweieinhalb Stunden Fahrt bis zur charmanten Stadt Kecskemét im Herzen der Großen Ungarischen Tiefebene. Sie ist bekannt für ihre vielen interessanten Museen und ihre Architektur im ungarischen Jugendstil. Prominente Beispiele dafür sind das Rathaus und das farbenfrohe Cifra Palota. In diesem Gebäude gibt es eine Ausstellung moderner ungarischer Kunst. Außerdem findest du in dieser Stadt Ungarns einziges Fotomuseum. Neben einer umfangreichen Sammlung historischer und zeitgenössischer Werke ungarischer Fotografen gibt es eine wunderschöne Sammlung von Kameras, die von riesigen alten Kisten bis hin zu modernen, schnörkellosen Designs reicht. Die Stadt liegt mitten in einem Obstbaugebiet, und so ist es nicht verwunderlich, dass die lokale Spezialität ein Aprikosenbrand (Barackpálinka) ist. Der geht allerdings manchmal etwas zu leicht runter…
Die lebhafte Universitätsstadt Szeged liegt etwa eine Autostunde von Kecskemét entfernt und ist bekannt für ihre schönen alten Gebäude, grünen Parks und hübschen Stadtplätze, auf denen man es sich auf einer der vielen Terrassen gemütlich machen kann. Auch in Szeged findest du Jugendstil-Architektur, wie zum Beispiel die Paläste Reök und Gróf. Auch die Fassade der Synagoge weist Jugendstil-Einflüsse auf. Es ist ein wunderschönes Gebäude mit einer atemberaubenden Kuppeldecke, prächtigen Buntglasfenstern und einer beeindruckenden Orgel.
Die Stadt liegt an der Theiß, und im Park entlang des Flusses lässt es sich herrlich flanieren. Dort befindet sich außerdem das Móra-Ferenc-Museum in einem imposanten neoklassizistischen Gebäude. Es ist ein sehr vielseitiges Museum mit Werken ungarischer Maler, aber auch Ausstellungen zu Archäologie, Ethnografie, Geschichte und Naturwissenschaften. Die reich verzierte Votivkirche ist ein wunderschönes Beispiel für neoromanische Architektur. Die Kirche steht am großen Domplatz (Dóm tér), der von Arkaden gesäumt ist und auf dem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen und Theateraufführungen stattfinden.
Als Universitätsstadt hat Szeged ein pulsierendes Nachtleben. Wenn du dich am nächsten Tag davon erholen möchtest, gehst du in den wunderschönen Botanischen Garten auf der anderen Seite der Theiß. Die Sternwarte am Rande dieses Gartens ist ein toller Ausflug mit Kindern.
Im Süden Ungarns gibt es viele schöne Städte. Pécs ist ein Beispiel für den kulturellen Mix in der Geschichte des Landes. Dort siehst du Überreste aus der Römerzeit, dem Mittelalter, der osmanischen Epoche und Gebäude aus der Zeit des mächtigen Habsburgerreichs. Die Stadt weist eine Mischung aus verschiedenen Baustilen auf – Gotik, Renaissance und Barock – und man sieht dort christliche Kirchen mit Glockentürmen neben islamischen Gebetshäusern mit Minaretten.
Ein gutes Beispiel für die interessante Vergangenheit der Stadt findet sich auf dem zentralen Platz Széchenyi tér, wo die Moschee zwar mittlerweile eine Kirche ist, der islamische Halbmond aber immer noch auf der Kuppel zu sehen ist, über der ein Kreuz thront. Die Kathedrale von Pécs hat sage und schreibe vier Türme und ein atemberaubendes Interieur.
Neben der Kathedrale liegt das Kulturviertel Zsolnay. Auf dem Gelände, auf dem einst eine berühmte Porzellanmanufaktur stand, findest du heute Kunstgalerien, Musikbühnen und Cafés. Die Geschichte wird dabei nicht vergessen, denn es gibt ein Museum, das der Entstehung der Porzellanmanufaktur und der Familie Zsolnay gewidmet ist. Dort kannst du auch Meisterwerke aus der historischen Sammlung, der sogenannten Gyugi-Sammlung, bewundern.
Nördlich von Pécs liegt das Mecsek-Gebirge, durch das Dutzende von Wanderwegen führen. Ein echter Blickfang ist der Fernsehturm, der 197 Meter in die Höhe ragt. So hoch kannst du allerdings nicht klettern – die Aussichtsplattform befindet sich auf 75 Metern Höhe. Außerdem gibt es dort ein Restaurant.
Der größte See Mitteleuropas, der Plattensee, ist nach Budapest die größte Touristenattraktion Ungarns. Dabei geht es nicht nur um ausländische Besucher, auch die Ungarn selbst verbringen ihren Urlaub gerne an den Stränden rund um diesen langgestreckten See. Das Wasser an den südlichen Ufern ist flacher als im Norden und daher perfekt für Familien mit kleinen Kindern.
Keszthely ist eine historische Kleinstadt, deren Highlight das Festetics-Kastély ist. Die Ungarn nennen es ein Schloss, aber es ist eher ein Palast im Barockstil. Dort bekommst du einen Einblick in das aristokratische Leben des 18. und 19. Jahrhunderts. In Keszthely gibt es verschiedene Museen, darunter eines mit Tausenden von Puppen in Trachten und eines voller erotischer Wachsfiguren. Szigliget am Nordufer hat tatsächlich ein echtes Schloss, auch wenn davon nur noch eine Ruine übrig ist. Von diesem vulkanischen Felsen aus hast du einen schönen Blick über den See. Skurrile vulkanische Felsen, die man „Orgelpfeifen“ nennt, findest du auf dem Hügel Szent György. Außerdem gibt es in der Umgebung des Plattensees verschiedene Höhlen.
Vom Plattensee aus fährst du mit einem Mietwagen in etwa zwei Stunden nach Sopron, das fast vollständig vom Nachbarland Österreich umgeben ist. Bei einem Brand im 17. Jahrhundert wurde ein großer Teil der Stadt zerstört. Sopron wurde wieder aufgebaut, und dem verdankt die Stadt ihre wunderschöne Altstadt mit vielen Gebäuden im Barockstil. Der Wachturm aus dem 13. Jahrhundert hat den Brand teilweise überstanden: Das Fundament und der untere Teil stammen aus dem Mittelalter, der obere Teil mit dem Aussichtsbalkon wurde nach dem Brand errichtet.
Auf dem Rückweg nach Budapest kommst du an Győr vorbei, und wenn du noch nicht genug von barocker Architektur hast, solltest du diese kleine Stadt auf keinen Fall auslassen. Um sie in vollen Zügen zu genießen, schlenderst du am besten einfach durch die gepflasterten Gassen der Altstadt. Es gibt viele kleine Gassen – geh einfach rein, denn man weiß nie, was man dort entdeckt.
Das neugotische Rathaus kannst du gar nicht übersehen – es ist eines der beeindruckendsten Gebäude im Stadtzentrum. Die Baross-Gabor-Straße ist eine autofreie Einkaufsstraße, aber daneben findest du dort auch Restaurants, Cafés und einige historische Wohnhäuser. In den Kasematten unter dem Bischofspalast kannst du unter anderem Überreste der alten römischen Stadtmauer sehen. Die kleine Insel Radó im Fluss Rába ist ein beliebter Ort zum Spazierengehen, vor allem für romantische Paare.
Die Straßen in Ungarn sind hervorragend instand gehalten, sowohl die Autobahnen als auch die übrigen Haupt- und Regionalstraßen. Für die Nutzung der Autobahnen ist eine digitale Vignette (E-Matrica) vorgeschrieben. Die meisten Mietwagen in Ungarn sind bereits mit einer solchen Vignette ausgestattet, aber überprüfe das zur Sicherheit noch einmal, wenn du den Mietwagen abholst.
Die Hinweise auf dynamischen Matrixschildern über der Autobahn sind oft mehrsprachig (neben Ungarisch auch Englisch und/oder Deutsch). Bei allen anderen Hinweisen auf Schildern an Parkplätzen oder Sehenswürdigkeiten kann Google Lens eine große Hilfe sein, da diese meist ausschließlich auf Ungarisch sind.
Wir hoffen, dass wir dich dazu inspiriert haben, in Ungarn ein Auto zu mieten und das Land zu entdecken. Die meisten ausländischen Touristen kommen am Flughafen von Budapest an und mieten dort ein Auto. Der zweite internationale Flughafen Ungarns wird ausschließlich von Billigfluggesellschaften genutzt und liegt im Osten des Landes: der Flughafen Debrecen. Der Flughafen am Plattensee ist nur in den Sommermonaten in Betrieb und dient hauptsächlich Flügen von und nach deutschen Städten.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.