Frankreich ist das meistbesuchte Land der Welt, aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist, dem Trubel zu entfliehen. Abseits der Touristenmagneten wie Paris und der Provence gibt es jede Menge weniger überlaufene Orte, die genauso faszinierend sind. Tauche ein in die Natur, entdecke historische Städte und genieße köstliche regionale Gerichte. Kurz gesagt: Entdecke das authentische Frankreich!
Bordeaux ist die wunderschöne Hauptstadt des Departements Gironde an der Atlantikküste im Südwesten Frankreichs. Die Sandstrände an dieser Küste sind große Anziehungspunkte, aber rund um Bordeaux gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Natürlich die berühmten Weinberge, aber auch beeindruckende Schlösser und malerische Städtchen und Dörfer, in denen du das französische Landleben kennenlernst. Wir haben eine Liste der schönsten Sehenswürdigkeiten rund um Bordeaux zusammengestellt. Triff deine Wahl, miete ein Auto und mach dich auf den Weg!
Bordeaux steht meist im Schatten der französischen Hauptstadt Paris, steht dieser aber keineswegs nach. Warum glaubst du, steht das gesamte historische Stadtzentrum auf der UNESCO-Welterbeliste? Genau, weil es eine fantastische Stadt ist, voller architektonischer Schätze. Die Altstadt wird auch „Port de la Lune“ (Mondhafen) genannt, weil sie wie ein Mondsichel entlang einer Biegung der Garonne liegt.
Es ist herrlich, an den Kais – Les Quais – entlang des Flusses zu schlendern. Dabei kommst du an der Place de la Bourse mit ihrem berühmten Wasserspiegel – Miroir d’Eau – vorbei, in dem sich elegante Gebäude aus dem 18. Jahrhundert wunderschön spiegeln, besonders nachts. Dahinter liegt die gemütliche Place du Parlement, umgeben von Straßencafés. Die majestätische Kathedrale Saint-André wurde zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert erbaut und erhielt erst später einen freistehenden Glockenturm, den Tour Pey Berland. Bis zur Spitze sind es 233 Stufen, und von dort hast du einen fantastischen Blick auf die Kathedrale und den Rest des historischen Bordeaux. Gegenüber der Kathedrale steht das Rathaus, das ziemlich pompös wirkt. Ursprünglich war es ja auch das Palais Rohan, der Sitz des Erzbischofs.
Der größte Frischmarkt von Bordeaux ist der Marché des Capucins, wo du an den bunten Ständen eine große Auswahl an lokalen Produkten findest. Von Obst und Gemüse über Meeresfrüchte bis hin zu handwerklich hergestelltem Käse, Wurstwaren und natürlich Weinen aus der Region. Außerdem gibt es dort ein paar kleine Restaurants, die traditionelle Gerichte und lokale Spezialitäten servieren. Der Markt ist sonntags und montags geschlossen.
Der Südwesten Frankreichs ist auch als Aquitanien bekannt, und im Musée d’Aquitaine begibst du dich auf eine Reise durch die Geschichte dieser Region: von archäologischen Funden aus längst vergangenen Zeiten über die gallo-römische Zeit und das Mittelalter bis hin zur Gegenwart. Das Musée des Beaux-Arts verfügt über eine schöne Sammlung klassischer Gemälde und Skulpturen. Für moderne Kunst musst du ins CAPC gehen. Wie ein wohlhabender Einwohner von Bordeaux sein Haus einrichtete, siehst du im Musée des Arts Décoratifs et du Design.
Wenn man Bordeaux sagt, meint man Wein – und so verfügt die Stadt auch über zwei Museen, die sich ausschließlich diesem Traubensaft widmen. Das Musée du Vin et du Négoce ist der beste Ort, um mehr über die Ursprünge der Weinindustrie in Bordeaux, alte Handelsrouten sowie historische und moderne Techniken der Weinherstellung zu erfahren. Die Cité du Vin befindet sich in einem außergewöhnlich gestalteten Gebäude aus Aluminium und Glas. Hier tauchst du mithilfe interaktiver Ausstellungen in die Welt des Weins ein. Im obersten Stockwerk genießt du nicht nur ein Gläschen Wein, sondern auch den Blick über Bordeaux.
Wenn du mit deinem Mietwagen aus Bordeaux herausfährst, dauert es nicht lange, bis du auf eines der vielen alten Schlösser stößt. Besonders beeindruckend ist das Château de la Brède, nur dreißig Autominuten südlich von Bordeaux. Es ist nicht nur ein gut erhaltenes Schloss aus dem 14. Jahrhundert, sondern auch der Ort, an dem der Philosoph Montesquieu geboren wurde, lebte und arbeitete. Er war der Begründer der Idee, dass die legislative, exekutive und judikative Gewalt getrennt sein müssen. Von März bis November finden Führungen statt, für die du dich im Voraus anmelden musst.
Das imposante Château ducal de Cadillac wurde wunderschön restauriert, und im Inneren kannst du außergewöhnliche Decken und monumentale Kamine im französischen Stil, reich bemalte Fensterläden und eine Reihe von Wandteppichen aus dem 16. und 17. Jahrhundert bewundern. Während der Französischen Revolution diente das Schloss als Gefängnis, und die Zellen kannst du besichtigen.
Das Château Fort de Roquetaillade befindet sich seit über siebenhundert Jahren im Besitz derselben Familie und ist noch immer bewohnt. Innerhalb der Festungsmauern befinden sich eigentlich zwei Schlösser: das alte aus dem 12. Jahrhundert und das „neue“ aus dem 14. Jahrhundert.
Etwas weiter südlich steht das imposante Château de Vayres am Ufer der Dordogne. Auch dieses Schloss kannst du nur nach vorheriger Anmeldung besichtigen. Es verfügt über einen beeindruckenden Weinkeller, und in den Gärten darfst du picknicken.
Wenn du in Bordeaux ein Auto gemietet hast, fährst du in etwa einer Stunde in das historische Städtchen La Réole. Es entstand rund um ein Kloster, das im 10. Jahrhundert auf den Hügeln am Nordufer der Garonne stand. Von diesem ursprünglichen Kloster ist nichts mehr übrig; es wurde im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut und dient heute als Rathaus. Die Klosterkirche ist jedoch erhalten geblieben: die Église Saint-Pierre. Das ursprüngliche Rathaus von La Réole stammt aus dem 12. Jahrhundert und diente im 18. Jahrhundert als Gefängnis. Später wurde es zu einer Markthalle, weshalb der untere Teil offen gestaltet ist. In den engen Gassen rund um dieses ehemalige Rathaus siehst du Fachwerkhäuser. Hinter dem heutigen Rathaus steht das Château des Quat’Sos (Schloss der vier Schwestern). Den schönsten Blick auf dieses Schloss hast du von der anderen Seite des Flusses aus. Leider kannst du nicht mehr über die von Gustave Eiffel entworfene Pont du Rouergue dorthin fahren, da diese imposante Hängebrücke für den gesamten Verkehr gesperrt ist.
Ein weiteres malerisches Städtchen ist Blaye, das fünfzig Kilometer nördlich von Bordeaux liegt. Es ist vor allem für die beeindruckende Zitadelle bekannt, die im 17. Jahrhundert vom berühmten Militäringenieur Vauban erbaut wurde. Schon in der Antike gab es an diesem strategisch wichtigen Ort an der Garonne Befestigungsanlagen. Vaubans sternförmiges Verteidigungssystem umfasst eineinhalb Kilometer Festungsmauern, Tore und unterirdische Gänge, aber auch Gebäude, die für eine gut funktionierende Garnison notwendig sind, wie Kasernen für 1.500 Soldaten, eine Kirche, ein Gefängnis und natürlich das Pulvermagazin. Ein Teil der Zitadelle ist als archäologisches Museum eingerichtet. Von den Festungsmauern aus hast du einen schönen Blick über die Garonne. Außerdem siehst du das runde Fort Paté auf einer kleinen Insel im Fluss und das Fort Médoc auf der anderen Seite. Zusammen mit der Zitadelle bildeten diese Festungen den Schutz für das wirtschaftlich wichtige Bordeaux vor Angriffen über den Fluss.
Die vielen Weinberge rund um die Stadt produzieren reichlich Weine, vor allem Rotweine. Das Maison du Vin in Blaye verfügt über die größte Weinsammlung der Region.
Weniger als eine Autostunde von Bordeaux entfernt liegt der Badeort Arcachon am Atlantik. Denk aber daran, dass es dort im französischen Ferienmonat August sehr voll ist. Der Strand des Badeorts liegt übrigens nicht direkt am Meer, sondern am Bassin d’Arcachon, einer Bucht, die offen mit dem Atlantik verbunden ist. An der Strandpromenade findest du viele Restaurants, die Meeresfrüchte servieren, darunter auch Austern, für die diese Region berühmt ist. Die kannst du auch auf dem Markt, Les Halles, essen, wo es noch viele weitere frische Produkte zu kaufen gibt. Mach einen Spaziergang den Hügel hinauf zu den Villen im Quartier de la Ville d’Hiver. Die meisten Villen wurden im 19. Jahrhundert erbaut und weisen eine besondere Mischung verschiedener Baustile auf. Die Dune du Pilat ist eine beeindruckende Sanddüne südlich von Arcachon, die du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Es ist ein riesiger und hoher Sandberg. Du wirst davon beeindruckt sein, und die Aussicht von der Spitze auf den Ozean ist wunderschön.
Vom Pier in Arcachon aus kannst du mit der Fähre nach Cap Ferret fahren. Dort ist es ruhiger, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin gibt. Natürlich kannst du auch mit einem Mietwagen hinfahren und dabei noch andere Orte wie Le Canon und Les Jacquets besuchen. In all diesen Dörfern findest du kleine Restaurants an der Bucht, in denen du frische Austern essen kannst. Die Halbinsel Cap Ferret hat schöne, breite Sandstrände entlang der Atlantikküste.
Weiter südlich liegt Biscarrosse, zwischen zwei großen Seen. Zwischen diesen Seen verläuft der Canal du Littoral, ein schiffbarer Kanal. Strände findest du vor allem am flachen nördlichen See, wie zum Beispiel die Plage de Navarrosse und die Plage de Caton am östlichen Ufer bei der Ortschaft Sanguinet. An der Plage Maguide liegt der Aquapark mit Wasserrutschen und anderen aufblasbaren Spielgeräten. Ein Spaß für Kinder und Erwachsene.
Auf dem Lac Sud kannst du Wassersport betreiben, zum Beispiel Stand-up-Paddling, Kanufahren, Segeln, Wasserski und Wakeboarden. An den Ufern dieses südlichen Sees steht das Musée de l’Hydraviation, in dem historische Wasserflugzeuge ausgestellt sind und du viel über die Entwicklung dieser Flugzeuge und ihren Einsatzzweck erfährst. So gibt es dort beispielsweise eine amerikanische „Albatross“, ein Amphibienflugzeug, das für Rettungsaktionen auf offenem Wasser eingesetzt wurde. Neben den restaurierten Wasserflugzeugen siehst du in diesem Museum Uniformen, Erinnerungsstücke berühmter Piloten, Motoren, Propeller, Archivdokumente, Fluglogbücher, Trophäen, Fluganzüge, Fotos und Gemälde.
In der Umgebung von Biscarosse kannst du durch Wälder und Dünen wandern oder Rad fahren.
Rund um die beiden Seen und durch die umliegenden Kiefernwälder gibt es viele Wander- und Radwege, unter anderem zu den Stränden an der Küste, falls du lieber im Salzwasser schwimmen möchtest. Biscarrosse-Plage liegt an einem riesigen Sandstrand an der Atlantikküste. Hier kannst du auch super surfen.
Vom Herzen des Parc naturel régional des Landes fließt der kleine Fluss Leyre zum Bassin d’Arcachon. Bevor er sein Endziel erreicht, bietet er fast hundert Kilometer Wasserwege quer durch den Wald. Du fährst unter einem Blätterdach aus Erlen und Eichen hindurch, und an den Ufern wachsen riesige Königsfarn-Pflanzen. Eine Tour mit dem Kanu oder Kajak auf diesem Fluss ist ein unvergessliches Erlebnis. Du kannst eine halbtägige oder ganztägige Tour machen oder die gesamte Strecke in fünf Tagen zurücklegen, wobei du unterwegs am Flussufer zeltest.
Miete ein Kanu oder Kajak nur bei offiziell anerkannten Anbietern mit dem Label „Valeurs Parc Naturel Régional“. Diese legen Wert auf den Umweltschutz und tragen zur Überwachung der empfindlichen Natur rund um den Fluss bei. Du findest diese Anbieter in Le Teich und Biganos an der Mündung des Flusses sowie in Moustey und Pissos, ein gutes Stück flussaufwärts. In Pissos gibt es außerdem einen Abenteuerpark, in dem du durch den Wald klettern und kraxeln, Mountainbike fahren und Bogenschießen kannst.
Bist du ein Fan von Straßenkunst? Dann musst du unbedingt nach Angoulême, der französischen Hauptstadt der Comics und der Straßenkunst – oder wie man in Frankreich sagt: „art urbain“. Ende Januar findet jedes Jahr das größte Comic-Festival Europas statt – das „Festival International de la Bande Dessinée“ –, aber das ganze Jahr über gibt es weitere Veranstaltungen und Wettbewerbe rund um Comics und Straßenkunst. Überall in der Stadt wirst du daran erinnert. Neben großen und beeindruckenden Wandgemälden sind auch Briefkästen, Mülleimer und andere Stadtmöbel farbenfroh bemalt. An jeder Straßenecke gibt es etwas zu entdecken, und du wirst kaum aufhören können, Fotos zu machen. Nicht nur dieses Freilichtmuseum ist einen Besuch wert, auch im Musée de la Bande Dessinée gibt es wechselnde Ausstellungen von Comiczeichnern.
Zwischen Angoulême und Limoges liegt das Naturschutzgebiet Périgord-Limousin, das für seine Heideflächen bekannt ist, aber zum großen Teil auch aus Wald besteht. Vor allem entlang der vielen Bäche und Flüsse kannst du wunderschöne Wanderungen durch die Wälder unternehmen. Im Sommer sorgen diese Wasserläufe für Abkühlung, genau wie der kleine See Nantheuil, in dem du schwimmen und paddeln kannst. Im Herbst genießt du die atemberaubende Farbenpracht in den Laubwäldern. Es ist die perfekte Jahreszeit, um Hirsche und Rehe zu beobachten. Außerdem leben in diesem Naturschutzgebiet Dachse, Baummarder, Nerze, Otter, Füchse und Wildschweine. Dazu kommt eine riesige Vielfalt an Vogelarten.
Der Regionale Naturpark Périgord-Limousin gibt jedes Jahr einen Reiseführer mit aktuellen Informationen über die Region heraus: Wander- und Radtouren, Aktivitäten in der Natur, Geschichte und Kulturerbe. Du kannst diesen Reiseführer bei den verschiedenen Tourismusbüros oder im Maison du Parc nordöstlich von La Coquille abholen.
Bastiden sind kleine Städte, die im 13. oder 14. Jahrhundert gegründet wurden und sich durch ihr geradliniges Straßenbild auszeichnen. Eine der schönsten ist zweifellos Labastide d’Armagnac, deren Charme vollkommen erhalten geblieben ist. Der zentrale Platz ist umgeben von Fachwerkhäusern, Säulen und Bögen sowie einer imposanten Kirche. Das kannst du in vollen Zügen genießen, wenn du ganz entspannt auf einer der Terrassen etwas trinkst oder einen Happen isst. In den mittelalterlichen Gassen rund um den Platz haben sich viele Künstler niedergelassen. Das Städtchen wird auch von vielen Radsportlern besucht, nicht zuletzt, weil etwas südöstlich von Labastide die „Chapelle des Cyclistes“ steht. Die mittelalterliche Kapelle ist mit Hunderten von Trikots von Radsport-Champions geschmückt, und dort stehen auch einige antike (Renn-)Räder, darunter eines, das bei der ersten Tour de France im Jahr 1903 verwendet wurde!
Armagnac ist nicht nur der Name der Region, sondern auch der berühmte Schnaps. Einen Einblick in die Geheimnisse der Herstellung bekommst du im Château et Domaine de Ravignan im kleinen Weiler Perquie. Nicht weit davon entfernt steht die älteste Destillieranlage der Gascogne im antiken Keller der Domaine d’Ognoas. Egal, für welche Brennerei du dich entscheidest – nach einer Führung gibt es immer eine Verkostung verschiedener Jahrgänge des hauseigenen Armagnacs.
Von Labastide d’Armagnac aus führen verschiedene Wander- und Radwege durch die Umgebung, unter anderem zum wunderschönen Château de Fondat.
Mit einem Mietwagen fährst du von Labastide aus in etwa einer Stunde nach La Romieu. Wenn du in Bordeaux startest, brauchst du doppelt so lange. Es ist ein hübsches, historisches Städtchen und steht daher auch auf der Liste der „Les Plus Beaux Villages de France“. Es ist bekannt für seine wunderschöne St.-Pierre-Stiftskirche, die einen ganzen Komplex mit einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert, einem Kreuzgang, zwei Türmen und den Überresten eines Palastes umfasst. Die Kirche wird von zwei Türmen flankiert: Der quadratische ist der Glockenturm, während der achteckige die Sakristei, den ehemaligen Kapitelsaal und den Archivraum beherbergt. Du kannst beide besteigen, um den Panoramablick zu genießen.
Überall in La Romieu siehst du geschnitzte Katzen, große und kleine, und das hat mit einer mittelalterlichen Legende zu tun. Als eine Hungersnot herrschte, versuchte die Bevölkerung zu überleben, indem sie sich von allen verfügbaren Tieren ernährte, darunter auch Katzen. Ein Bauernmädchen liebte Katzen und versteckte heimlich einige von ihnen. Als das Land wieder ausreichend Ertrag brachte, gab es ein neues Problem: Die Ernte wurde von Ratten aufgefressen, denn es gab keine Katzen mehr, die sie jagen konnten. Das Mädchen verriet ihr Geheimnis und verhinderte damit eine neue Hungersnot.
Eineinhalb Autostunden östlich von Bordeaux liegt das wunderschöne mittelalterliche Städtchen Bergerac an der Dordogne. Rund um die Altstadt gibt es verschiedene Möglichkeiten, deinen Mietwagen zu parken. Der große Parkplatz Foirail an der Ostseite des Stadtzentrums ist kostenlos.
Bergerac trägt das Prädikat „Ville d’art et d’histoire“ (Stadt der Kunst und Geschichte) und es mangelt daher nicht an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Schlendere durch die verwinkelten mittelalterlichen Gassen und über charmante kleine Plätze mit Fachwerkhäusern und vorspringenden Fassaden, flankiert von bunten Blumenbeeten. Im Fremdenverkehrsbüro kannst du dir einen Stadtplan für einen Spaziergang zu den schönsten Ecken holen. Dabei kommst du unter anderem an der Statue von Cyrano de Bergerac vorbei, obwohl dieser nie in der Stadt gelebt hat. Das Musée du Tabac befindet sich in einem schönen alten vierstöckigen Haus, in dem du alles über die (Handels-)Geschichte der Tabakpflanze und ihren Gebrauch erfährst. Und nein, drinnen darfst du nicht rauchen! Mach einen Spaziergang am Fluss entlang und genieße die Aussicht und die Ruhe (auf der Dordogne sind Motorboote verboten).
Das Museum Dordonha widmet sich der Geschichte, der Architektur und dem Kulturerbe von Bergerac. So erfährst du, wie der Fluss Dordogne eine grundlegende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der Stadt gespielt hat. Im Keller gibt es eine Ausstellung mit Bronzeskulpturen. „Les Maisons des Vins“ liegt direkt am Fluss im wunderschönen Cloître des Récollets aus dem 17. Jahrhundert. Abends öffnet die Weinbar und du kannst im historischen Innenhof ein köstliches Glas Wein aus der Region genießen.
Bergerac ist ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge mit deinem Mietwagen zu einem der vielen umliegenden Weingüter. Zum Beispiel zum Château de Monbazillac, das etwa zwanzig Autominuten von der Stadt entfernt liegt. Die Führung durch dieses Schloss aus dem 16. Jahrhundert endet mit einer Weinprobe. Außerdem findest du in der Region Périgord Pourpre rund um Bergerac zauberhafte Dörfer wie Monpazier, Eymet und Issigeac. Letzteres hat einen der besten Märkte der Region.
Von Bordeaux aus ist es zwar eine ziemlich lange Fahrt, aber wenn du schon mal in Bergerac bist, solltest du dir das Château des Milandes eigentlich nicht entgehen lassen – vor allem nicht, wenn du ein Fan von Josephine Baker bist. Von Bergerac aus ist es etwa eine Stunde Fahrt durch das wunderschöne und historische Tal der Dordogne. Josephine Baker war eine amerikanisch-französische Tänzerin, Entertainerin, Widerstandskämpferin während des Zweiten Weltkriegs und Bürgerrechtsaktivistin. Sie lebte über dreißig Jahre lang in diesem imposanten Renaissance-Schloss. Es gibt eine interessante Ausstellung, die ihrem turbulenten Leben gewidmet ist und durch Bühnenkostüme und andere Requisiten ergänzt wird. Das Schloss ist von streng angelegten Gärten im französischen Stil umgeben. In den Sommermonaten gibt es eine Vogelschau mit Eulen, Falken, Habichten und anderen Greifvögeln.
Interessierst du dich mehr für die Architektur eines alten Schlosses als dafür, wer dort gewohnt hat? Dann fahr mit deinem Mietwagen ein Stück weiter nach Osten. Am nördlichen Ufer der Dordogne thront auf einem Kalksteinfelsen das imposante Château de Beynac, eines der am besten erhaltenen Schlösser dieser Region. Bei einem Besuch begibst du dich auf eine Reise durch fünf Jahrhunderte französischer Geschichte, auf den Spuren von Richard Löwenherz, Eleonore von Aquitanien und Simon de Montfort. Wie so oft wurde das Schloss in verschiedenen Epochen erbaut. Die ältesten Teile sind der Bergfried aus dem 12. Jahrhundert und die Küche aus dem 13. Jahrhundert. Auch der Ratssaal ist beeindruckend. Von ganz oben hast du einen unvergesslichen Blick über das Tal der Dordogne.
Was du auf keinen Fall verpassen darfst, ist das Dorf am Fuße der Burg. Beynac-et-Cazenac ist ein wunderschönes Dorf, das Geschichte atmet.
La Roque-Gageac ist ein märchenhaftes Dorf, das zwischen der Dordogne und einer senkrechten Klippe liegt. Im Mittelalter war La Roque-Gageac eine ummauerte Stadt mit Befestigungsanlagen. Die Kirche mit ihrem Schieferdach stammt aus dieser Zeit. Nicht weit davon entfernt, flankiert von einem runden Turm, steht das Landhaus einer angesehenen Familie, direkt an der Felswand. Am spektakulärsten sind die Überreste des Fort de la Roque, das im 12. Jahrhundert in den Felsen gehauen wurde. Du gelangst dorthin, indem du eine Metalltreppe hinaufsteigst und anschließend Stufen nimmst, die aus der Felswand gehauen wurden. Für Leute mit Höhenangst ist das nichts.
Für den schönsten Blick auf die Klippen lässt du den Mietwagen kurz stehen und machst eine kleine Tour mit dem Kanu oder Kajak auf der Dordogne. Du kannst dich für eine kurze Tour bei La Roque-Gageac oder eine längere Route ab Carsac oder Vitrac entscheiden. Während du den Fluss hinunterfährst, kommt der atemberaubende Blick auf die Festung langsam in Sicht. Kanu- und Kajakfahren auf der Dordogne ist in den Sommermonaten sehr beliebt, daher empfehlen wir dir, dein Boot im Voraus zu reservieren.
Aubeterre-sur-Dronne ist ein kleines Dorf, gut hundert Kilometer von Bordeaux entfernt, und auch dieses steht auf der Liste der schönsten französischen Dörfer. Es bietet eine charmante Mischung aus historischen Denkmälern, malerischen Häusern, Kunstgalerien und lebhaften Restaurants und Cafés. Aubeterre liegt am Fluss Dronne und erstreckt sich sowohl über einen Hügel als auch über ein Tal, verbunden durch schmale, verwinkelte Gassen. Die große Attraktion ist die beeindruckende unterirdische Kirche „Église Souterraine Saint-Jean“. Diese bemerkenswerte monolithische Kirche wurde im 7. Jahrhundert in den Fels gehauen und später im 12. Jahrhundert erweitert. Die Kirche reicht bis zu einer Tiefe von zwanzig Metern, und ganz unten befindet sich eine Nekropole mit steinernen Särgen.
Wenn du an einem warmen Tag in Aubeterre bist, kannst du dich am örtlichen Strand abkühlen. Du gelangst dorthin, indem du auf der Ostseite des Dorfes den Fluss überquerst und gleich danach rechts abbiegst. Die Abzweigung (Plage) ist auf einem Schild deutlich ausgeschildert. Neben Schwimmen kannst du dort auch Kajak fahren und paddeln.
Von Bordeaux aus sind es drei Stunden Fahrt nach Cahors, aber wenn du mit deinem Mietwagen erst nach Bergerac gefahren bist, sind es von dort aus noch keine zwei Stunden. Es ist eine schöne alte Stadt, die fast vollständig vom Fluss Lot umschlossen wird. Die imposante Kathedrale St-Étienne wurde im gotischen und romanischen Stil erbaut und beherbergt jahrhundertealte Fresken.
Der Höhepunkt eines Besuchs in Cahors ist die mittelalterliche Brücke Pont Valentré mit ihren drei Türmen, um die sich eine nette Anekdote rankt. Die Arbeiten an der Brücke dauerten sage und schreibe siebzig Jahre, und ein Baumeister war so wütend über den schleppenden Fortschritt, dass er seine Seele dem Teufel verkaufte, wenn dieser dafür sorgte, dass alle seine Aufträge schneller ausgeführt wurden. Als die Brücke endlich fertig war, bereute er seine Entscheidung und gab dem Teufel einen letzten Auftrag: Er sollte mit einem Sieb Wasser für die Arbeiter holen. Aus Rache ließ der Teufel jede Nacht einen Stein aus dem mittleren Turm fallen, sodass die Brücke nie fertig wurde. Als die Brücke im 19. Jahrhundert restauriert wurde, bekam der besagte Stein eine kleine Teufelsfigur.
Toulouse liegt gut drei Autostunden von Bordeaux entfernt, aber du kannst einen Zwischenstopp bei der beeindruckenden Abbaye Saint-Pierre in Moissac einlegen. Die Kirche und das Kloster stammen aus dem 12. Jahrhundert, doch schon seit der Französischen Revolution ist dies kein Kloster mehr. Glücklicherweise wurde der Komplex kurz darauf in die erste Liste der denkmalgeschützten Gebäude in Frankreich aufgenommen.
Toulouse verdankt seinen Spitznamen „La Ville Rose“ (die rosa Stadt) den vielen Gebäuden aus hellroten Terrakotta-Ziegeln. Das sieht man ganz deutlich auf der Place du Capitole, dem historischen Zentrum der Stadt. Der Platz wird vom Rathaus (Le Capitole) dominiert, einem prächtigen Gebäude im neoklassizistischen Stil. Die Architektur ist beeindruckend, aber du solltest dir unbedingt auch das Innere mit seinen prächtigen Fresken, farbenfrohen Wandteppichen und reich verzierten Decken ansehen.
Die Stadt ist schon seit Jahrhunderten sehr wohlhabend, und das sieht man an den Herrenhäusern, die reiche Kaufleute im 15. und 16. Jahrhundert errichten ließen. Viele dieser „Hôtels particuliers“ haben außergewöhnliche Innenhöfe, und manche kannst du besichtigen. Das schönste von allen ist das Hôtel d’Assézat, ganz in der Nähe der Pont Neuf. Das bedeutet zwar „neue Brücke“, ist aber tatsächlich die älteste Brücke von Toulouse.
Die Place Saint-Georges ist der perfekte Ort für einen Drink, einen Brunch oder ein Abendessen. Vor allem abends pulsiert dieser kleine Platz vor Leben. Rundherum findest du Straßen mit Designerläden und Kunstgalerien.
Bei Tausenden von Weingütern in der Region Bordeaux fällt die Wahl schwer. Zum Glück organisieren viele Appellationen zwischen Frühling und Herbst sogenannte „Portes Ouvertes “-Veranstaltungen, also Tage der offenen Tür mit kostenlosen Verkostungen, Führungen und familienfreundlichen Aktivitäten. Infos zu den teilnehmenden Weingütern und wann genau sie ihre Türen öffnen, bekommst du beim Fremdenverkehrsamt.
Die berühmteste Weinregion im Bordeaux ist das Gebiet um Saint-Émilion. Hierher kommst du nicht nur, um deinen Gaumen zu verwöhnen – das Dorf selbst ist von unglaublicher Schönheit. Es ist eine einzigartige Kombination aus weltberühmten Weingütern und wunderschöner Architektur. Jede Ecke dieses Dorfes atmet Geschichte. Der romanische Tour du Roy sieht auf den ersten Blick nicht besonders aus, aber von der Spitze aus hast du einen herrlichen Blick über Saint-Émilion und die umliegenden Weinberge.
Wenn du auf eigene Faust losziehen willst, um Weine zu probieren, musst du oft im Voraus einen Termin bei den verschiedenen Weingütern vereinbaren. Außerdem darfst du dich natürlich nicht betrunken ans Steuer setzen. Viel besser ist es, den Mietwagen einen Tag lang stehen zu lassen und an einer organisierten Weintour teilzunehmen. Denn mal ehrlich: Was ist schon eine Weinstraße ohne ausgiebige Verkostung?
Wir hoffen, dass wir dich dazu inspiriert haben, die Umgebung von Bordeaux zu erkunden. Über unsere Website kannst du einen Mietwagen am Flughafen Bordeaux reservieren, aber wenn du mit dem Hochgeschwindigkeitszug in die Stadt fährst, gibt es auch am TGV-Bahnhof Mietwagen. Dieser ist übrigens direkt mit dem Bahnhof Bordeaux Saint-Jean verbunden.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.