Sevilla ist wunderschön und ein fantastisches Ziel für einen Städtetrip mit vielen Sehenswürdigkeiten. Es ist auch eine herrlich entspannte Stadt, in der es – überraschenderweise – gar nicht schwer ist, mit einem Mietwagen herumzufahren. Allerdings gilt in fast allen Straßen im Zentrum Einbahnverkehr. Trotzdem wirst du dir sicher kein Auto mieten, um nur die Stadt zu erkunden – du willst raus und Andalusien entdecken! Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps für schöne Tagesausflüge in die Umgebung von Sevilla. Du kannst diese Tagesausflüge zu umliegenden Dörfern, Städten und Naturgebieten natürlich auch zu einer kompletten Rundreise mit deinem Mietwagen kombinieren.
Wenn du erst mal ein paar Tage in Sevilla verbringen möchtest, bevor du mit einem Mietwagen losfährst, kannst du dir überlegen, das Auto bei einer Firma zu mieten, die eine Filiale am Bahnhof Santa Justa hat. Der liegt im Osten der Stadt und ganz in der Nähe der großen Ausfallstraße Avenida de Kansas City. Über diese Straße bist du mit dem Mietwagen im Handumdrehen auf der inneren Ringstraße von Sevilla (der SE-30), die an Straßen in alle Richtungen anschließt.
Sevilla ist eine wunderschöne Stadt, zieht aber viele Touristen an und kann daher sehr überlaufen sein. Wenn du den Menschenmassen entfliehen möchtest, fahr mit deinem Mietwagen nach Aracena, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Sevilla. Wir empfehlen dir, eine etwas längere Route zu nehmen, indem du die Hauptstraßen meidest und über die kleineren, lokalen Straßen in die Stadt fährst. Unterwegs kommst du an so vielen schönen Orten vorbei, dass du dich wirklich zusammenreißen musst, nicht alle paar Kilometer anzuhalten. Die Hauptattraktion von Aracena ist die Gruta de las Maravillas (Grotte der Wunder). Es handelt sich um eine außergewöhnliche Tropfsteinhöhle, bei der vor allem die Abwechslung begeistert: der Muschelsaal, der Lichtsal, farbenprächtig schimmernde Seen, der Glas Saal und der berühmte Saal der Nackten. Wie dieser zu seinem Namen kam, siehst du vor Ort. Der Eingang liegt mitten in Aracena, am Fuße des Berges, auf dem die Burg thront. Auch die Berge westlich der Stadt (Sierra de Aracena) sind auf jeden Fall eine Fahrt mit deinem Mietwagen wert – schon allein wegen der idyllischen Städtchen und Dörfer, die du unterwegs entdeckst. Der berühmte lokale Schinken (Jamón Ibérico) wird in dieser Region hergestellt, und wenn du kein Vegetarier bist, solltest du ihn unbedingt probieren.
Als der Fluss Guadalquivir versandete und (immer größere) Schiffe Sevilla nicht mehr erreichen konnten, wurde Cádiz zur neuen Hafenstadt für den Handel mit den spanischen Kolonien in der „Neuen Welt“. Damit wurde die Stadt auch zur Beute feindlicher Mächte, vor allem der Flotten Englands und der Niederlande. Große Teile von Cádiz wurden bei diesen Kämpfen zerstört. Dennoch sind historische Bauwerke erhalten geblieben, wie zum Beispiel im Barrio del Pópulo, dem mittelalterlichen Herzen der Stadt, das noch immer seine drei Tore aus dem 13. Jahrhundert besitzt. Die Puerta de Tierra aus dem 18. Jahrhundert markiert die Grenze zwischen der Altstadt und dem modernen Cádiz. Um den Schiffsverkehr (und mögliche Feinde) im Auge zu behalten, wurden Wachtürme errichtet. Der höchste davon ist der Torre Tavira, von dem aus du einen Panoramablick über die Stadt, das Meer und die Strände hast.
Diese Strände sind eine weitere Attraktion von Cádiz. Die Stadt ist von schönen, breiten Sandstränden umgeben. Der Stadtstrand La Caleta ist der beliebteste, und nachdem du den Sonnenuntergang bewundert hast, kannst du in den Gassen dahinter leckere Tapas genießen.
Cádiz war bis 2015 schwer erreichbar, aber in diesem Jahr wurde die große Brücke „Puente de la Constitución de 1812“ eröffnet, sodass du jetzt ganz einfach mit einem Mietwagen in die Stadt fahren kannst.
Zwischen Cádiz und Málaga findest du einige der schönsten typischen weißen Städtchen Andalusiens. Hast du schon mal den Spruch „Der Weg ist das Ziel“ gehört? Das trifft hier definitiv zu. Die Städtchen selbst sind sehr malerisch mit einem Labyrinth aus steilen Gassen und weiß getünchten Häusern, geschmückt mit bunten Blumen, aber die Route entlang dieser Städtchen ist mindestens genauso bezaubernd. Die Städtchen liegen oft hoch auf einem Berg und sind schon von weitem zu sehen, wenn du mit deinem Mietwagen dorthin fährst.
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Die „Pueblos blancos“ schmiegen sich oft spektakulär an Bergwände. (Foto: https://unsplash.com/@jorgefdezsalas)
Wenn du in Sevilla ein Auto gemietet hast, ist Arcos de la Frontera ein guter Ausgangspunkt. Das ist zugleich eines der schönsten „pueblos blancos“. Schon allein die Lage des Städtchens ist beeindruckend: etwa hundert Meter über dem Río Guadalete, auf einem Plateau mit steilen Hängen. Das nächste Ziel ist Prado del Rey, das vor allem wegen der Überreste der römischen Siedlung Iptuci einen Besuch wert ist. Schon seit dreitausend Jahren wird hier auf traditionelle Weise Salz gewonnen. Wunderschön sind die Strecken durch die Sierra de Grazalema zwischen Ubrique und El Bosque und weiter nach Zahara de la Sierra. Dieses Städtchen thront imposant über einem Stausee. Etwas weiter östlich liegt ein ganz besonderes weißes Städtchen: Setenil de las Bodegas. Die weiß getünchten Häuser liegen nicht nur am Berg, sondern in manchen Gassen sogar unter und zwischen den überhängenden Felsen der Schlucht des Río Guadalporcún.
Wenn du nördlich von Sevilla den Guadalquivir überquerst, gelangst du in ein weitläufiges Berggebiet. Zunächst einmal die Sierra Morena mit Eichenwäldern, Wasserfällen und Höhlen. Dies ist nicht nur ein beliebtes Gebiet zum Wandern und Radfahren, sondern du kannst dort auch aktive Sportarten wie Kajakfahren, Rafting und Bergsteigen ausüben.
Weiter nordwestlich liegt der Naturpark Sierra de Hornachuelos mit dicht bewaldeten Schluchten und Felsspalten, über denen Adler und Geier ihre Kreise ziehen. Vor allem die Fiordos del Bembezar sind wunderschön und bieten atemberaubende Ausblicke! Fahr ganz in deinem eigenen Tempo durch den Park, aber halte den Mietwagen auch ab und zu am Straßenrand an, um Wanderungen zu unternehmen – so gelangst du zu den schönsten Plätzen. Vom Besucherzentrum (Centro de Visitantes Huerta del Rey) aus kannst du zwischen vier ausgeschilderten Wanderrouten wählen, von einer ganz kurzen (ein halber Kilometer) bis zu einer ziemlich langen (gut 11 Kilometer). Die beiden Routen entlang des Ufers des Flusses Bembezar sind die schönsten.
Das wichtigste Tor zum Doñana-Nationalpark ist ein etwas eigenartiges Dörfchen: El Rocío. Wenn du mit deinem Mietwagen dort hineinfährst, hast du das Gefühl, auf dem Filmset eines traditionellen Westerns gelandet zu sein: breite Sandwege, auf beiden Seiten gesäumt von niedrigen Häusern, vor denen Holzbalken stehen, an denen Pferde angebunden werden können. In El Rocío laufen daher auch viele Pferde herum, und die haben Vorrang vor Autos! Das Städtchen zieht einmal im Jahr Hunderttausende Pilger an. Im 15. Jahrhundert fand nämlich ein Jäger ein in einen Baum geschnitztes Marienbild. Diese „Erscheinung“ wurde in einer kleinen Kapelle untergebracht, die heute eine riesige Kirche ist. Diese kleine Holzstatue soll noch immer existieren, aber man kann sie nicht mehr sehen, da um sie herum eine große Marienstatue errichtet wurde.
Doñana besteht aus wunderschönen Lagunen, Sanddünen und Sümpfen. Das Gebiet ist von großer Bedeutung für Vögel, sowohl für Standvögel als auch für Zugvögel. Außerdem leben dort Wildtiere, darunter der iberische Luchs, Rehe und Wildschweine. Bei verschiedenen Reiseveranstaltern in El Rocío kannst du zwischen Ausflügen von wenigen Stunden bis hin zu ganztägigen Touren wählen. Auch wenn du kein Vogelbeobachter bist, wirst du bei einer solchen geführten Tour die unberührte Natur um dich herum genießen. Übrigens ist das Naturschutzgebiet vor allem im Winter und im Frühling ein attraktives Ausflugsziel, wenn es geregnet hat. Im Sommer sind die Feuchtgebiete eher „Trockengebiete“.
Du kennst Jerez de la Frontera bestimmt als die Stadt des Sherrys. Und tatsächlich gibt es dort viele Bodegas, in denen du an Führungen teilnehmen und mehr über die Herstellung von Sherry erfahren kannst. Die Führungen in den Fabriken der großen Marken sind eher unpersönlich. Viel schöner ist eine Führung durch eine kleinere Bodega in der Altstadt, zum Beispiel die Bodega Maestro Sierra oder die Bodegas Fundador. Übrigens wird aus diesem Sherry auch Essig hergestellt, der unter Liebhabern als das Nonplusultra gilt. Vergiss also nicht, eine Flasche Vinagre de Jerez zu kaufen.
Aber Jerez ist nicht nur die Stadt des Sherrys. Pferdeliebhaber kommen bei einer Vorführung in der Königlichen Andalusischen Reitschule voll auf ihre Kosten, die im prächtigen Palast Recreo de las Cadenas untergebracht ist. Wusstest du, dass Jerez auch die Wiege des Flamenco ist? Im Centro Andaluz de Flamenco werden Kurse in allen Bereichen angeboten: Gitarre, Tanz und Gesang.
Der Alcázar von Jerez ist vielleicht nicht so groß wie andere maurische Festungen in Andalusien, aber er strotzt nur so vor Geschichte, und schon allein die wunderschönen Gärten sind einen Besuch wert. Daneben steht die Kathedrale, die auf den Fundamenten einer Moschee erbaut wurde. Das Minarett wurde, wie so oft, in einen freistehenden Glockenturm umgewandelt.
Nur eine halbe Autostunde östlich von Sevilla liegt eine der geschichtsträchtigsten Städte der Provinz: Carmona. Sie liegt auf einem Hügel – die ideale Lage für eine Festungsstadt. Etwas außerhalb der heutigen Stadt kannst du die römische Nekropole mit ihren in den Fels gehauenen Gräbern besichtigen. Ihre Größe zeigt, wie wichtig Carmona damals war. Auch die Stadtmauern stammen zum Teil noch aus der Römerzeit. Die Altstadt von Carmona zeichnet sich durch die engen und verwinkelten Gassen aus, die typisch für den Baustil der Mauren sind. Sie errichteten auch die imposanten Stadttore „Puerta de Córdoba“ und „Puerta de Sevilla“, doch die ersten Steine dafür wurden bereits von den Karthagern gelegt. Park deinen Mietwagen am Rande des ältesten Teils von Carmona, an einem dieser beiden Stadttore, je nachdem, von welcher Seite du kommst. Bleibst du eine Nacht in Carmona? Dann solltest du dir eigentlich ein Zimmer im Parador buchen, der im Alcázar del Rey Don Pedro untergebracht ist. Er wurde am Rande eines Plateaus erbaut und bietet herrliche Ausblicke auf die umliegende Landschaft.
Die Kleinstadt Écija wurde im 18. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört, danach aber im Barockstil wieder aufgebaut. Sie ist vor allem als Stadt der Türme bekannt: Es gibt mehr als zehn Kirchtürme, die von der Giralda (in Sevilla) inspiriert sind. Sehr schön sind auch die barocken Herrenhäuser (Palacios), wie der Palacio del Benamejí und der Palacio del Marqués de Peñaflor. Die besonders reizvolle Kleinstadt liegt auf halbem Weg zwischen Carmona und Córdoba. Wenn du von der A4 ins Zentrum fährst, stößt du auf die Einfahrt zum Parkhaus unter dem zentralen Platz, der Plaza de España, wo du deinen Mietwagen abstellen kannst. Dieser rechteckige Platz ist das Herzstück von Écija, umgeben von gemütlichen Bars und Restaurants.
Wenn du in Sevilla bist, darf ein Besuch in Córdoba nicht fehlen. Die Fahrt ist etwas länger (wenn du in Sevilla ein Auto gemietet hast, brauchst du über die Autobahn etwa zwei Stunden), aber du wirst es absolut nicht bereuen. Die Stadt wird weniger besucht als andere Sehenswürdigkeiten in Andalusien, wie zum Beispiel Granada. Córdoba wird ein bisschen unterschätzt, dabei hat es auch eine wunderschöne Altstadt mit authentischen Vierteln und einem Gewirr aus schmalen mittelalterlichen Gassen, die sich mit kleinen Plätzen abwechseln. Alte Häuser haben oft gemütliche und blumengeschmückte Innenhöfe, und viele davon kannst du besichtigen, vor allem während des „Festival de los Patios“ im Mai, wenn die meisten geöffnet sind. Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Córdoba ist die Mezquita, eine riesige Moschee, deren erster Teil im 8. Jahrhundert erbaut wurde, die später aber stark erweitert wurde. Die Hunderte von Säulen vermitteln einen Eindruck von Unendlichkeit. Ganz besonders ist, dass mitten in der Moschee eine Kathedrale errichtet wurde. Kaiser Karl V. bereute später, dass er dafür die Erlaubnis erteilt hatte.
Genau wie Sevilla liegt Córdoba am Río Guadalquivir, und von der römischen Brücke über den Fluss aus hast du einen schönen Blick auf den Alcázar de los Reyes Cristianos, der auf den Überresten einer maurischen Festung erbaut wurde. Diese „Reyes Cristianos“ waren König Ferdinand und Königin Isabella.
Neben den Sehenswürdigkeiten ist Córdoba vor allem eine Stadt, in der du das andalusische Leben genießen kannst, besonders nachdem die Tagesausflügler abgereist sind. Abends lässt es sich in den Tapas-Bars und auf den Terrassen in der Nähe der Plaza de las Tendillas, der Plaza de la Corredera und rund um den Parque Juan Carlos I. gut aushalten. Fahr also nicht noch am selben Tag mit deinem Mietwagen zurück nach Sevilla, sondern bleib eine Nacht (oder zwei) in Córdoba.
Lust auf einen Tag am Strand? Das ist von Sevilla aus gar nicht schwer, und das Schönste daran ist, dass die nächstgelegenen Strände in der Provinz Huelva meist herrlich ruhig sind. Die Costa de la Luz (Küste des Lichts) ist für den internationalen Tourismus kaum erschlossen. Die Provinzhauptstadt Huelva ist eine Hafen- und Industriestadt und Ausgangspunkt der Fähren nach Gran Canaria und Teneriffa. Die endlosen Sandstrände in der Nähe dieser Stadt sind besonders reizvoll!
Der am stärksten erschlossene Badeort ist Punta Umbría, wo im Sommer ein reges Nachtleben herrscht. Dort hast du eine große Auswahl an Restaurants mit Meeresfrüchten auf der Speisekarte, darunter große Garnelen und Krustentiere. Auf dem Weg nach Punta Umbría fährst du mit deinem Mietwagen an den Naturschutzgebieten der Odiel-Sümpfe vorbei. Wenn du gerne Vögel beobachtest, solltest du kurz anhalten, um einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet „Paraje Natural Marismas del Odiel“ zu machen. Dort siehst du unter anderem Löffler, Taucher, Kormorane und Flamingos.
Weiter westlich liegen kleinere Badeorte an feinen Sandstränden, wie La Antilla, das Fischerdorf El Rompido und das beliebte Isla Cristina, das wiederum an ein wunderschönes Sumpfgebiet grenzt. Östlich von Huelva, zwischen den Ferienorten Mazagón und Matalascañas, erstreckt sich ein zwanzig Kilometer langer Streifen breiter Sandstrände, die auch bei Kitesurfern beliebt sind.
Oben haben wir Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten beschrieben, die mit dem Mietwagen von Sevilla aus in wenigen Stunden zu erreichen sind. Du kannst diese Stadt auch als Ausgangspunkt für eine Rundreise durch Andalusien nutzen – und weißt du, was das Schönste daran ist? Du musst nicht nach Sevilla zurückkehren, wenn du ein Auto für eine sogenannte Einwegmiete buchst. Dann holst du den Mietwagen an einem Ort ab und gibst ihn an einem anderen wieder ab, zum Beispiel in Málaga, Granada oder Almería. So kannst du nicht nur eine längere Reise unternehmen, sondern auch die Städte am Anfang und am Ende deines Roadtrips ausgiebig genießen.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.