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3. August 2026

5 tolle Roadtrips ab Boston

Miete dir ein Auto und entdecke die herrlichen Panoramastraßen

Der äußerste Nordosten der Vereinigten Staaten ist als New England bekannt – ein Name, den die englischen Kolonisten im 17. Jahrhundert dieser Region gaben, weil die sanften Hügel sie an ihre Heimat erinnerten. Die größte Stadt ist Boston, das zugleich die Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts ist. Auch wenn er nicht so groß ist wie der Central Park in New York, hat Boston ebenfalls einen Park, eigentlich sogar zwei – den Boston Common und den Public Garden –, um die herum sich das Herz der Stadt erstreckt.

Die Skyline von Boston.
Die Skyline von Boston. (Foto: https://unsplash.com/@seansweeney)

North End war früher eine Halbinsel, und hier liegen die Ursprünge der Stadt mit schönen alten Gebäuden, darunter das älteste aus dem Jahr 1680, das Paul-Revere-Haus, und die Old North Church. Diese beiden Gebäude spielten eine wichtige Rolle beim Aufstand der Kolonien gegen das Mutterland Großbritannien. Sie liegen am sogenannten Freedom Trail, einer einzigartigen Ansammlung von Museen, Kirchen, Friedhöfen, Parks, einem Schiff und anderen historischen Stätten, die die Geschichte der amerikanischen Revolution und der Zeit danach erzählen. Heutzutage ist der älteste Teil von Boston als Little Italy bekannt, mit italienischen Restaurants, Cafés, Konditoreien und altmodischen Feinkostläden.

Im South End findest du Gebäude aus etwas jüngerer Zeit. Der historische Teil ist das größte noch erhaltene zusammenhängende Viertel aus der viktorianischen Zeit in den USA. Auch im schicken Viertel Beacon Hill, nördlich des zentralen Stadtparks, stehen viktorianische Häuser, beleuchtet von antiken Laternen. Eine ikonische kleine Straße hier ist die Acorn Street.

Die Acorn Street im historischen Teil von Boston, Massachusetts.
Die Acorn Street im historischen Teil von Boston, Massachusetts. (Foto: https://unsplash.com/@breakyourboundaries4)

Boston ist eine fantastische Stadt, um ein paar Tage zu verbringen, und ein toller Ausgangspunkt für Roadtrips mit einem Mietwagen. Die historischen Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadt sind mindestens genauso interessant wie die entlang des Freedom Trail. Aber es geht nicht nur um Geschichte: In Massachusetts und den benachbarten Bundesstaaten findest du raue Küsten, wunderschöne Strände, malerische Kolonialarchitektur, herrliche Naturgebiete und natürlich die weltberühmte Landschaft Neuenglands. Wir haben hier fünf der besten Routen zusammengestellt, darunter einige über sogenannte „Scenic Byways“. Ein Auto kannst du direkt bei deiner Ankunft am Flughafen von Boston oder in der Stadt selbst mieten.

1. Cape Cod

Wenn du in den Sommermonaten in Boston bist, ist ein Ausflug nach Cape Cod eigentlich ein Muss. Es ist eine lange, schmale und geschwungene Halbinsel, die in den Atlantik hineinragt und oft mit einem gebogenen Arm verglichen wird. Cape Cod ist berühmt für seine charmanten Küstenorte, wunderschönen Strände und frischen Meeresfrüchte. Um das Beste aus diesem Roadtrip herauszuholen, fährst du mit deinem Mietwagen über die Route 6A, auch bekannt als Old King’s Highway, durch historische Städtchen wie Sandwich, Barnstable, Brewster und Orleans. An der äußersten Spitze liegt Provincetown, eine Künstlerkolonie und das Herz des LGBT-Lebens auf „The Cape“, wie die Halbinsel meist genannt wird.

Das letzte Stück des Highway 6 bei Provincetown und der Deich aus Basaltblöcken bis nach Wood End.
Das letzte Stück des Highway 6 bei Provincetown und der Deich aus Basaltblöcken bis nach Wood End. (Foto: https://unsplash.com/@michaelbaccin)

Nach Provincetown führt ein wunderschöner Radweg, der Cape Cod Rail Trail. Entlang dieser Strecke gibt es verschiedene Stellen (Trailheads), an denen du dein Mietauto parken und mit dem Fahrrad weiterfahren kannst. Du fährst dann durch das Naturschutzgebiet Cape Cod National Seashore, wo du neben Radfahren auch schwimmen, paddeln, Kajak fahren, wandern, Vögel beobachten oder an einem Ranger-Programm teilnehmen kannst. Entlang der Küste von Cape Cod hast du gute Chancen, Wale (Buckelwale) zu sehen, vor allem zwischen Mitte April und Mitte Oktober. Außerdem gibt es verschiedene Seehundkolonien.

Wenn du in den Sommermonaten mit deinem Mietwagen nach Cape Cod fahren möchtest, tu das bitte nicht am Freitagabend. Viele Einwohner von Boston und anderen Städten haben dieselbe Idee, und daher ist es auf den Straßen zur Halbinsel dann sehr voll.

Martha’s Vineyard / Nantucket

Von den Häfen in Woods Hole, Falmouth und Hyannis fahren Fähren zur Insel Martha’s Vineyard südlich von Cape Cod. Diese Insel ist ein beliebtes Urlaubsziel, denn sie bietet spektakuläre Strände und kilometerlange Wander- und Radwege. Nicht umsonst haben viele Prominente dort einen Ferienwohnsitz. Wenn du dein Auto auf die Fähre mitnehmen möchtest, erkundige dich schon bei der Abholung deines Mietwagens, ob der örtliche Vermieter das erlaubt. Übrigens ist das für Martha’s Vineyard nur auf der Fähre ab Woods Hole möglich. Reserviere dir rechtzeitig online einen Platz auf dieser Fähre.

Neben wunderschönen Sandstränden findest du an der Küste von Martha’s Vineyard auch zerklüftete Felsen.
Neben wunderschönen Sandstränden findest du an der Küste von Martha’s Vineyard auch zerklüftete Felsen. (Foto: https://unsplash.com/@mvvacation)

Die Insel Nantucket ist kleiner und liegt weiter vom Cape entfernt. Neben den Stränden blickt die Insel auf eine Geschichte als Zentrum des Walfangs zurück. Der Walfang brachte so viel Geld ein, dass große Häuser gebaut werden konnten. Nantucket Town mit seinen gepflasterten Straßen und Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist in seiner Gesamtheit ein National Historic Landmark District. Fähren nach Nantucket fahren von Hyannis (Autofähre) und Harwich (Passagierfähren, nur in den Sommermonaten) ab. Außerdem verkehrt in der Hochsaison auch eine Fähre zwischen Martha’s Vineyard und Nantucket.

2. Essex Coastal Scenic Byway

Nördlich von Boston liegt eine Region namens North Shore, durch die eine wunderschöne Straße führt: der Essex Coastal Scenic Byway. Diese über 140 Kilometer lange Strecke verbindet vierzehn Küstenorte und unterwegs kommst du an vielen Sandstränden, weitläufigen Sümpfen und historischen Sehenswürdigkeiten vorbei. Es gibt unzählige Möglichkeiten, deinen Mietwagen zu parken und einem Wander- oder Radweg zu folgen. Natürlich kannst du in einem der vielen Küstenorte mit Kajaks oder Surfbrettern aufs Wasser gehen. Wenn du mit dem Mietwagen aus Boston herausfährst, kommst du gleich an einem breiten Sandstrand vorbei, Revere Beach. Die Ruhe wird manchmal durch Flugzeuge gestört, die auf dem Boston Logan Airport landen. Im Juli gibt es beim Sand Sculpting Festival große Sandskulpturen zu sehen.

Salem

In Salem, Massachusetts, sieht man überall „Hexen“.
In Salem, Massachusetts, sieht man überall „Hexen“. (Foto: https://unsplash.com/@pbernardon)

Die erste größere Stadt entlang dieser Panoramastraße ist Salem, das kurz nach dem Unabhängigkeitskrieg durch den Überseehandel reich wurde. Kriegsschiffe wurden für den Handel mit dem geheimnisvollen Osten Asiens, darunter auch China, umgebaut. Der Import von Pfeffer, Seide und anderen für damalige Verhältnisse luxuriösen Produkten brachte enorme Gewinne ein. Diesen Reichtum kannst du noch heute in den historischen Stadtvierteln sehen, zum Beispiel rund um die Chestnut Street. Das Peabody Essex Museum verfügt über eine riesige Sammlung asiatischer Kunst, und es wurde sogar ein traditionelles Haus aus China hierher gebracht und im Garten des Museums wieder aufgebaut. Im Jahr 1692 fanden in Salem Hexenprozesse statt – einer der berüchtigtsten Fälle von Massenhysterie, bei dem mehr als 200 Menschen der Hexerei angeklagt wurden. Die Stadt hat lange versucht, diese schmerzhafte Geschichte zu vertuschen, aber als das nicht gelang, machte man aus der Not eine Tugend. Salem präsentiert sich heute stolz als „Hexenstadt“ und nirgendwo wird Halloween so ausgelassen gefeiert wie hier.

Gloucester

Von Salem aus ist es mit einem Mietwagen gut eine halbe Stunde Fahrt nach Gloucester, dem ältesten amerikanischen Fischereihafen. Darauf ist die Stadt stolz, wie die Statue eines Fischers am Ruder beweist, die an die Seeleute erinnert, die nie zurückkehrten, sowie „Maritime Gloucester“, ein restaurierter Teil des alten Hafens. Du kannst dort mit historischen Segelbooten aufs Meer hinausfahren, und es gibt auch Bootsausflüge zur Walbeobachtung. Unter anderem kannst du Buckelwale, Nordkaper, (Blaue) Finnwale, Pottwale und Grindwale antreffen.

Bevor du Gloucester erreichst, fährst du an einer mittelalterlichen Burg vorbei. Häh, die gibt’s doch gar nicht in Amerika? Stimmt, diese Burg wurde vor über hundert Jahren vom Erfinder John Hammond erbaut. Amerikaner lieben solche Nachbildungen, Europäer, die echte alte Burgen gewohnt sind, eher weniger.

Rockport

Motif #1 in Rockport gilt als das am häufigsten gemalte Gebäude in Amerika
Motif #1 in Rockport gilt als das am häufigsten gemalte Gebäude in Amerika (Foto: https://unsplash.com/@sradams57)

Auf der Fahrt nach Rockport kommst du an einem Strand nach dem anderen vorbei – also zögere nicht, ab und zu mit deinem Mietwagen zur Küste abzubiegen und ein Bad im Meer zu nehmen. Rockport übt schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine große Anziehungskraft auf Künstler aus und ist daher voller Galerien, vor allem rund um Bearskin Neck am Hafen. Fünf Kilometer außerhalb des Dorfes findest du die zerklüfteten Felsen des Halibut Point State Park, eines ehemaligen Granitsteinbruchs, dessen Grube sich schnell mit Wasser aus unterirdischen Quellen füllte. Der Park ist bei Vogelbeobachtern sehr beliebt, vor allem im Herbst und Winter.

Essex

Essex liegt in einem Gebiet mit ausgedehnten Salzwiesen, durch die du mit dem Kanu oder Kajak fahren kannst. Der Schiffbau war einst die Lebensader des Städtchens, und diese Geschichte wird im Essex Historical Society & Shipbuilding Museum lebendig . Das ist nicht nur ein Museum, sondern auch eine noch in Betrieb befindliche Werft. Essex ist berühmt für seine vielen Antiquitätenläden, die oft in schönen Häusern aus dem 19. Jahrhundert untergebracht sind.

Ipswich

Ganz in der Nähe von Ipswich liegt Castle Hill auf dem Crane Estate, ein beeindruckendes Landhaus, in dem du dich in die „Roaring Twenties“ des letzten Jahrhunderts zurückversetzt fühlst. Es gibt wunderschön angelegte Gärten, und auf einigen der grünen Rasenflächen des Anwesens darfst du mit Blick auf den Atlantik picknicken. In der Umgebung gibt es verschiedene Naturpfade durch Küstenwaldgebiete zum weißen Sandstrand Crane Beach und zum kleineren Steep Hill Beach daneben. Die Strände und die Umgebung sind das Brutgebiet des bedrohten Zwergregenpfeifers, und wenn der Vogel dort nistet, sind bestimmte Bereiche abgesperrt.

Salisbury

Das Ziel dieser malerischen Strecke ist Salisbury. Ist dir aufgefallen, dass viele Orte hier Namen haben, die man auch in England findet? Das ist ein Erbe der englischen Kolonisten. Die größte Attraktion des Dorfes in Massachusetts ist Salisbury Beach mit mehr als fünf Kilometern weißem Sandstrand.

3. Tagesausflug nach Plymouth

Ein Nachbau der Mayflower in Plymouth, Massachusetts.
Ein Nachbau der Mayflower in Plymouth, Massachusetts.

Plymouth liegt gut sechzig Kilometer südöstlich von Boston und ist vor allem als letzter Anlegeort der Pilgerväter bekannt, die im November 1620 an Bord der Mayflower ankamen. Sie hatten zunächst vor dem heutigen Provincetown an der Spitze von Cape Cod vor Anker gegangen, beschlossen aber, dort nicht zu bleiben und weiter zum heutigen Plymouth zu segeln. Im ersten Winter starb fast die Hälfte der Siedler, und hätten sie keine Hilfe von den Ureinwohnern (den Wampanoag) erhalten, hätte wahrscheinlich keiner der Pilgerväter überlebt.

In Plymouth gibt es viel zu sehen, was an dieses historische Ereignis erinnert. Zunächst einmal liegt eine Nachbildung der Mayflower am Kai im Pilgrim Memorial State Park, und die Geschichte der Pilger wird im Pilgrim Hall Museum erzählt. Fahre mit deinem Mietwagen vom Stadtzentrum aus über die Sandwich Street nach Osten, dann gelangst du zum Freilichtmuseum Plimoth Patuxet, wo sowohl ein Siedlerdorf als auch ein Dorf der Wampanoag aus dem 17. Jahrhundert nachgebaut wurden.

4. Roadtrip durch New Hampshire

Boston liegt nahe der Grenze zu New Hampshire, sodass du von der Stadt aus mit deinem Mietwagen ganz einfach einen Roadtrip durch diesen Nachbarstaat mit Wasserfällen, Seen und Schluchten unternehmen kannst. Eine herrliche Rundreise, bei der du die wunderschöne Natur in vollen Zügen genießen kannst!

Portsmouth

Am ersten Tag fährst du ins historische Portsmouth. Unterwegs kannst du in der Hexenstadt Salem Halt machen, die wir oben bereits beschrieben haben. Für ein erfrischendes Bad im Meer kannst du auch kurz nach Hampton Beach fahren, auch wenn es an heißen Tagen dort schwierig ist, einen Parkplatz zu finden. Strawbery Banke ist ein historisches Viertel in Portsmouth, und die restaurierten Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind mit Einrichtungsstilen aus verschiedenen Epochen ausgestattet. Die Innenstadt von Portsmouth ist kompakt, und vor allem das Hafenviertel ist sehr gemütlich mit vielen Bars, Restaurants und im Sommer Terrassen. Im Albacore Park kannst du ein U-Boot von innen besichtigen.

Mount Washington Auto Road

Der Weg zum Gipfel des Mount Washington in New Hampshire.
Der Weg zum Gipfel des Mount Washington in New Hampshire. (Foto: https://unsplash.com/fr/@michaelbweidner)

Von Portsmouth nach Conway fährst du in etwa anderthalb Stunden. Von den sechzig überdachten Holzbrücken in New Hampshire kannst du hier zwei bewundern, die beide ursprünglich im Jahr 1890 gebaut wurden: über den Saco River und über den Nebenfluss Swift River. Noch eine halbe Stunde weiter nach Norden gelangst du nach Green’s Grant, wo eine tolle Straße zum Gipfel des Mount Washington beginnt, der mit 1917 Metern der höchste Berg Neuenglands ist. Informiere dich aber vorher gründlich über die Wetterbedingungen, bevor du die Mount Washington Auto Road in Angriff nimmst. Denk auch daran, dass es auf dem Gipfel ziemlich kalt sein kann. Nicht nur dort oben wirst du die Aussicht genießen können, auch unterwegs gibt es genügend Stellen, an denen du deinen Mietwagen kurz anhalten kannst, um die fantastische Landschaft auf dich wirken zu lassen.

Glen Ellis Falls

Auf dem Rückweg nach Conway solltest du dir die Glen Ellis Falls nicht entgehen lassen. Die Abzweigung zum Parkplatz für den Wasserfall liegt einen Kilometer hinter dem Pinkham Notch Visitor Center. Fahr nicht zu schnell, denn bevor du dich versiehst, hast du die Abzweigung schon verpasst. Zum Wasserfall sind es etwa fünf Minuten zu Fuß, aber du kannst auch eine längere Wanderung unternehmen, zum Beispiel zum Wildcat Mountain, der im Winter ein Skigebiet ist.

Kancamagus Scenic Byway

Die Herbstfarben entlang des Kancamagus Scenic Byway sind einfach überwältigend.
Die Herbstfarben entlang des Kancamagus Scenic Byway sind einfach überwältigend. (Foto: https://unsplash.com/@mattylava)

Conway liegt am östlichen Rand des White Mountain National Forest. Dort beginnt der Kancamagus Scenic Byway mit atemberaubenden Ausblicken auf die White Mountains, den Swift River und die Rocky Gorge. Nimm dir unbedingt Zeit für Wanderungen zu den Sabbaday Falls, den Champney Falls und den Lower Falls. Mach auch einen kurzen Stopp an der Albany Covered Bridge, einer Holzbrücke, die 1858 über den Swift River gebaut wurde. Besonders im Herbst ist der „Kanc“ – wie die Strecke kurz genannt wird – eine herrliche Strecke zum Fahren, dank der wunderschönen Herbstfarben der Blätter an den Bäumen. Diese Hauptstrecke ist dann allerdings sehr stark befahren, und deshalb tust du gut daran, mal abzubiegen, zum Beispiel auf die Bear Notch Road (in den Wintermonaten gesperrt). Oder parke deinen Mietwagen und mache einen Spaziergang durch dieses Naturschutzgebiet. Es gibt Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Für Kinder ist zum Beispiel der Forest Discovery Trail besonders toll, da sie anhand von Informationstafeln viel über den Wald lernen.

Übrigens ist das auch im Sommer eine schöne Strecke zum Fahren, und du hast bessere Chancen, deinen Mietwagen auf den Parkplätzen an den verschiedenen Aussichtspunkten, wie zum Beispiel dem Hancock Overlook, unterzubringen. Der Endpunkt des Scenic Byway liegt in Lincoln oder North Woodstock. Wenn du dich zwischen den beiden entscheiden musst, würden wir dir Letzteres empfehlen, da es viel dörflicher geblieben ist als Lincoln. Es ist ein guter Ort für eine Übernachtung, um am nächsten Tag mit deinem Mietwagen weiterzureisen. Der Whale’s Tale Waterpark, etwas nördlich der beiden Orte, ist für Kinder eine tolle Abwechslung.

Flume Gorge / Avalanche Falls

Der Wanderweg durch die Flume Gorge in New Hampshire.
Der Wanderweg durch die Flume Gorge in New Hampshire. (Foto: https://unsplash.com/@groovycreature)

Etwa zehn Autominuten nördlich von Lincoln und North Woodstock erreichst du den riesigen Parkplatz des Flume Gorge Visitor Centers. Von diesem Besucherzentrum aus führt ein Wanderweg von gut drei Kilometern Länge vorbei an interessanten Stationen und ungewöhnlichen Ausblicken. So siehst du riesige Felsbrocken, die nach dem Abschmelzen der Gletscher zurückblieben, zwei überdachte Brücken, ein natürliches Schwimmbecken, die tiefen Schluchten Flume und Liberty, die Avalanche-Wasserfälle, eine Bärenhöhle und einen Wolfsbau. Unterwegs gibt es einige Schutzhütten mit Bänken, ideal für eine Pause. Für manche kann die Strecke etwas anstrengend sein, da es bergauf geht und es viele Stufen gibt. Wenn du zügig gehst, schaffst du die Strecke in anderthalb Stunden, aber natürlich nimmst du dir Zeit, die wunderschöne Natur zu genießen und zu fotografieren. Dann dauert die Wanderung schnell drei Stunden.

Squam Lake / Lake Winnipesaukee

Fahre von North Woodstock aus auf der Eastside Road (Route 175) Richtung Süden. Das macht mehr Spaß als die Interstate 93, und du fährst ab und zu direkt am Pemigewasset River entlang oder über ihn hinweg. Der Name bedeutet in der Sprache der Ureinwohner „schneller Strom“, und das sieht man vor allem im Frühling, wenn viel Schmelzwasser abfließt. Es gibt einige Stellen, an denen du zwischen den Felsen im Fluss schwimmen kannst, zum Beispiel am Staple Rock Park und bei den Livermore Falls, gleich nördlich von Plymouth.

Die Route 175 endet am Squam Lake, an dessen Westseite eine überdachte Holzbrücke über den Squam River führt. Sie wurde 1990 gebaut und ist daher bei weitem nicht so alt wie andere Holzbrücken. Der Squam Lake ist ein herrlich ruhiger See, und das wollen die örtlichen Behörden auch gerne so beibehalten. Rund um den See gibt es nur vier Stellen, an denen du mit einem Kanu oder Kajak aufs Wasser kannst, und Motorboote dürfen nur eine begrenzte Leistung haben.

Alton am Lake Winnipesaukee in Massachusetts.
Alton am Lake Winnipesaukee in Massachusetts. (Foto: https://unsplash.com/@byjonathanng)

Der nahegelegene Lake Winnipesaukee ist der größte See in New Hampshire und touristisch viel besser erschlossen, vor allem in Meredith und Laconia, wo es einen großen Strand gibt. Im See gibt es nicht weniger als 264 kleine Inseln, und es macht Spaß, mit dem Kanu, Kajak oder auf dem Dampfschiff „Mount Washington“ zwischen ihnen hindurchzufahren. Von Meredith aus startet eine Rundfahrt mit historischen Eisenbahnwaggons.

Merrimack Valley

Auf dem Rückweg nach Boston fährst du durch das Tal des Merrimack River – eine Gegend, die sich hervorragend dazu eignet, deinen Mietwagen ab und zu am Straßenrand zu parken und auf das Fahrrad zu steigen oder eine ausgiebige Wanderung zu unternehmen. Viele Wege verlaufen auf der Trasse einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, und im Winter kannst du dort Langlaufen. Eine beliebte Route ist der fantastische Bruce Freeman Rail Trail von Concord über Lowell nach Framingham. Es gibt verschiedene Stellen, an denen du das Auto parken und ein Fahrrad mieten kannst, um einen Teil der Strecke zurückzulegen. Weitere schöne Routen sind der Nashua River Rail Trail und der Methuen Rail Trail zwischen Lawrence und Manchester. Außerdem gibt es unzählige Mountainbike-Strecken in den verschiedenen Staatswäldern der Region.

5. Mohawk Trail und die Berkshires

Der Westen von Massachusetts ist bekannt für seine sanft geschwungenen Hügel, die zwar weniger dramatisch sind als die Gebirgsketten von Vermont oder New Hampshire, aber dennoch weite Ausblicke bieten. Zu Beginn des Herbstes sind die Berkshire Mountains der ideale Ort, um die leuchtende Farbenpracht zu bewundern. Gewundene Straßen führen an Seen und Flüssen entlang und durch Berge mit Bäumen, die fast so aussehen, als stünden sie in Flammen – vor allem Ahorn, Birken und Buchen. Denk aber daran, dass sich die Blätter in Massachusetts ein paar Wochen später verfärben als in den weiter nördlich gelegenen Bundesstaaten.

Schon auf dem Weg in die Berkshires kannst du die Herbstfarben genießen, wie hier bei der alten Kirche von West Boylston.
Schon auf dem Weg in die Berkshires kannst du die Herbstfarben genießen, wie hier bei der alten Kirche von West Boylston. (Foto: https://unsplash.com/@lukephotography)

Fahre mit deinem Mietwagen von Boston aus über die Route 2 (oder 2A) Richtung Westen. Ab Greenfield wird daraus der Mohawk Trail, eine Straße, die dem Pfad folgt, den die Indianer früher nutzten, um zwischen den Tälern des Connecticut und des Hudson hin und her zu wandern. Die Strecke gilt als eine der schönsten Routen in den USA und bietet viele Sehenswürdigkeiten. Kurz hinter Charlemont steht direkt am Straßenrand die Statue „Hail to the Sunrise“, eine Bronzestatue eines Mohawk-Indianers, der seine Arme nach Osten ausstreckt. Vom höchsten Punkt, dem Whitcomb Summit (665 m), kannst du weit bis nach Süd-Vermont und New Hampshire blicken. Dichte Wälder und State Parks wechseln sich mit unzähligen charmanten Städtchen und Dörfern ab, und die gesamte Region hat eine lebendige Kunst- und Kulturszene. So findest du in North Adams das renommierte Museum of Contemporary Art, meist abgekürzt als MoCA.

North Adams / Mount Greylock

North Adams ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Roadtrip durch die Berkshires mit deinem Mietwagen. Im Osten der Stadt liegt der Natural Bridge State Park, eine natürliche Brücke aus weißem Marmor, die durch das Wasser des Hudson Brook entstanden ist. Weitere Marmorformationen sind die Noisy Cave und Peter Pan’s Peephole. Westlich des Stadtzentrums führt die Notch Road zum Mount Greylock State Reservation. Der Berg, nach dem dieses Naturschutzgebiet benannt ist, ist 1.063 Meter hoch, und auf dem Gipfel kannst du in den Sommermonaten herrlich picknicken und dabei die fantastische Aussicht genießen. Möchtest du etwas aktiver sein? Es gibt über hundert Kilometer markierte Wanderwege.

Die Aussicht vom Mount Greylock in North Adams, Massachusetts.
Die Aussicht vom Mount Greylock, North Adams, Massachusetts. (Foto: https://unsplash.com/@rmarte)

Outdoor-Aktivitäten für Jung und Alt

Über die Rockwell Road kannst du den Park verlassen und dann die Route 7 in Richtung Süden nehmen. Kurz bevor du Pittsfield erreichst, siehst du eine Abzweigung nach Jiminy Peak. Im gleichnamigen Abenteuerpark gibt es Seilrutschen und Lifte, mit denen du zu höheren Punkten gelangst, um dann über richtig lange Rutschen hinunterzusausen. Außerdem gibt es Mountainbike-Strecken, die im Winter zu Skipisten werden. Etwas anspruchsvoller ist übrigens der nahegelegene Ramblewide Aerial Park, der allerdings nur von April bis Oktober geöffnet ist.

Lenox

In und um Lenox bauten wohlhabende Industrielle im 19. Jahrhundert ihre Sommerhäuser während des sogenannten Gilded Age, einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Durch den Geldzufluss entwickelte sich Lenox kulturell weiter und wurde auch zu einem beliebten Reiseziel. Im kleinen und gemütlichen Stadtzentrum findest du viele Kunstgalerien, schicke Modeboutiquen, Cafés und Restaurants. Etwas südlich der Stadt steht das imposante Landhaus „The Mount“, in dem die Schriftstellerin Edith Wharton lebte. Dort bekommst du einen guten Eindruck davon, wie luxuriös sie lebte.

Stockbridge

Fast jeder Ort in den Berkshires veranstaltet in den Sommermonaten einen Bauernmarkt, und Stockbridge bildet da keine Ausnahme. Hier findet der Markt donnerstags statt, in Lenox freitags und in Pittsfield samstags. Stockbridge hat ein wirklich schönes Museum, das dem Illustrator Norman Rockwell gewidmet ist, der jahrelang die Titelbilder für die „Saturday Evening Post“ zeichnete. Auch wenn dir das nichts sagt, ist das Museum einen Besuch wert, denn Rockwell zeichnete Alltagszenen mit einer ordentlichen Portion Humor.

Monument Mountain

Wenn du auf der Route 7 in Richtung Great Barrington fährst, kommst du an den Parkplätzen vorbei, von denen aus die Wanderwege zum Gipfel des Monument Mountain beginnen. Dieser Berg aus Quarzit bietet nicht nur schöne Wanderungen und eine spektakuläre Aussicht vom Gipfel, sondern birgt auch jede Menge Geschichte. Für die Mohikaner war er ein heiliger Berg, an dem sie steinerne Opfergaben hinterließen, wodurch ein Monument entstand. Dieses wurde von Siedlern zerstört, später aber in der Nähe des Mohican Monument Trail wieder aufgebaut. Ein Seitenweg führt zum Gipfel auf einer Höhe von 1.642 Fuß (500 Meter).

Jacob’s Ladder

Für den Rückweg nach Boston kannst du wieder über eine malerische Nebenstraße zwischen den pittoresken Orten Lee und Russell fahren, die sechzig Kilometer lange „Jacob’s Ladder“. Du durchquerst verschiedene historische Städtchen wie Becket, Huntington und Chester, und dazwischen fährst du auf einer Straße, die 1910 speziell für diese neuen Fahrzeuge ohne Pferde angelegt wurde. Die hügelige Landschaft ist wunderschön. Kurz hinter Russell kannst du auf dem Westfield River Kanu, Kajak oder Tube fahren.

Warum in Massachusetts ein Auto mieten?

Straßen in Massachusetts.
(Foto: https://unsplash.com/@breakyourboundaries4)

Wir hoffen, dass wir dich mit den oben genannten fünf Roadtrips dazu inspiriert haben, in Boston oder einem anderen Ort in Massachusetts ein Auto zu mieten, um diesen fantastisch schönen amerikanischen Bundesstaat zu entdecken. Natürlich musst du dich nicht genau an die Routen halten. Massachusetts macht am meisten Spaß, wenn du von den Hauptstraßen abbiegst und auf kleinen Straßen herumschlenderst. Nimm dir Zeit, über Nebenstraßen und Landstraßen zu fahren, und genieße die ständig wechselnden Ausblicke. Halte regelmäßig an, um die Fülle an frischen Produkten zu genießen: köstliches Obst und Gemüse direkt vom Bauernhof und an der Küste Meeresfrüchte. Und was brauchst du, um Massachusetts auf diese Weise genießen zu können? Genau, einen Mietwagen!

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