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3. August 2026

Die 8 schönsten Roadtrips in Maine, New England

Miete dir in Portland ein Auto und genieße die malerischen Nebenstraßen

Wenn du durch den Bundesstaat Maine fährst, siehst du den Begriff „Vacationland“ sowohl auf Schildern am Straßenrand als auch auf Kfz-Kennzeichen. Seit über hundert Jahren ist das der offizielle Slogan des Bundesstaates, doch schon Jahrzehnte zuvor hatten wohlhabende Amerikaner Maine als perfektes Urlaubsziel entdeckt. Wenn es um malerische Ausflüge geht, gibt es in Maine jede Menge Auswahl. Unterwegs genießt du Ausblicke auf den Ozean, charmante Hafenstädtchen, Bäche entlang kurviger Straßen, atemberaubende Seen und majestätische Berge. Ein Mietwagen ist in Maine unverzichtbar, denn einige der schönsten und abgelegensten Gegenden sind nur mit dem Auto erreichbar. Miete dir ein Auto in Portland und entdecke selbst, dass der Bundesstaat seinem Spitznamen alle Ehre macht!

Portland Head Light
Portland Head Light (Foto: https://unsplash.com/@mraptap)

Im Folgenden geben wir dir acht Tipps für unglaublich schöne Autofahrten entlang der Küste und durch das Hinterland von Maine. Wenn du von Portland aus den Essex Coastal Scenic Byway fahren möchtest – von Salisbury nach Boston in Massachusetts –, dann lies unseren Blog „5 tolle Roadtrips ab Boston“. Darin erfährst du auch mehr über den Kancamagus Scenic Byway in New Hampshire, den du von Portland aus ganz einfach erreichen kannst.

1. Portland Old Port & Head Light

Der Fischereihafen von Portland, wo vor allem Hummer angelandet wird.
Der Fischereihafen von Portland, wo vor allem Hummer angelandet wird. (Foto: https://unsplash.com/@patrick_lalonde)

Portland ist die größte Stadt von Maine und das kulturelle Herz des Bundesstaates. Der Old Port ist ein malerisches historisches Viertel mit gepflasterten Straßen, in dem die ehemaligen Lagerhäuser in gemütliche Restaurants, Kneipen, Cocktailbars und Feinkostläden verwandelt wurden. Im Sommer werden einige Gassen für den Verkehr gesperrt, um Platz für Terrassen zu schaffen. Der Name lässt vermuten, dass der Hafen nicht mehr in Betrieb ist, aber das ist ganz und gar nicht der Fall. Jeden Tag wird frischer Fang aus dem Atlantik an Land gebracht, vor allem Hummer und Austern, und den kannst du im lebhaften Harbor Fish Market bewundern. Natürlich gibt es auch viele Restaurants, in denen du dich an Meeresfrüchten satt essen kannst.

Auf der anderen Seite des Hafens siehst du Bug Light, einen der vielen Leuchttürme, von denen die Küste von Maine nur so wimmelt. Berühmter ist der ikonische Leuchtturm Portland Head Light, etwas weiter südlich. Er ragt hoch über die felsige Küste hinaus und ist der meistfotografierte Leuchtturm der Vereinigten Staaten. Im Haus des Leuchtturmwärters ist ein kleines Museum eingerichtet. Im Sommer steht dort immer ein Foodtruck – und was gibt’s da zu essen? Genau: ein Hummerbrötchen!

Von der Brücke über den Fluss in Kennebunkport aus hast du einen guten Blick auf klassische Segelboote.
Von der Brücke über den Fluss in Kennebunkport aus hast du einen guten Blick auf klassische Segelboote. (Foto: https://unsplash.com/@rmarte)

Wenn du in Portland ein Auto gemietet hast, lohnt es sich, die Küste von Cape Elizabeth entlangzufahren. Oder fahr noch ein Stück weiter nach Süden, nach Kennebunkport. Dieses Hafenstädtchen mit seinen Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert versprüht den unverkennbaren Charme Neuenglands. Mach mit deinem Mietwagen eine Spritztour über die Ocean Avenue, vorbei an historischen Häusern an der felsigen Küste. Reisst du mit Kindern oder bist du ein Fan von alten Straßenbahnen? Dann solltest du dir einen Besuch im Seashore Trolley Museum nicht entgehen lassen. Du kannst eine Fahrt in einer solchen historischen Straßenbahn machen und unterwegs einen Stopp in der Restaurierungswerkstatt des Museums einlegen.

Cape Porpoise an der Küste von Maine.
Cape Porpoise an der Küste von Maine.

Einer der schönsten Strände von Maine liegt noch etwas weiter südlich, in der Kleinstadt Ogunquit. Der Marginal Way ist ein 1,5 Kilometer langer Weg, der vom Zentrum von Ogunquit ausgeht. Auf einer der 39 Bänke entlang dieses Weges kannst du den freien Blick aufs Meer genießen.
Knapp nördlich von Kennebunkport liegt das Fischerdorf Cape Porpoise mit einem kleinen Hafen und hervorragenden Restaurants.

2. Entlang der Küste zum Acadia-Nationalpark

Der Royal River Park in Yarmouth, gleich nördlich von Portland.
Der Royal River Park in Yarmouth, gleich nördlich von Portland. (Foto: https://www.pexels.com/@skyler-ewing-266953/)

Maine ist vor allem für seine zerklüftete und felsige Küste bekannt, die auch „Down East“ genannt wird. Diese Küste mit all ihren Ecken, Winkeln und Felsen wäre, wenn man sie gerade ausstrecken würde, Tausende von Kilometern lang. Neben herrlichen Ausblicken aufs Meer findest du dort malerische kleine Häfen, feine Sandstrände und abgelegene Buchten. Es gibt zwei Routen, die dich von Portland nach Bar Harbor führen. Die schnellste Route verläuft über die Interstates I-295 und I-95 über Augusta, Waterville und Bangor und ist 280 Kilometer (175 Meilen) lang. Viel schöner ist die US Route 1, die näher an der fotogenen Küste von Maine entlangführt. Sie ist allerdings deutlich länger, gut 400 Kilometer (250 Meilen), und eignet sich hervorragend für gelegentliche Zwischenstopps. Wir empfehlen dir, dir mindestens zwei Tage Zeit zu nehmen, um die einzigartige Atmosphäre an der Küste von Maine in aller Ruhe zu genießen.

An verschiedenen Stellen entlang der Küste stehen Bänke oder Stühle, von denen aus man die Aussicht genießen kann, wie hier in Boothbay Harbor.
An verschiedenen Stellen entlang der Küste stehen Bänke oder Stühle, von denen aus man die Aussicht genießen kann, wie hier in Boothbay Harbor. (Foto: https://pixabay.com/users/peteyp8-2334680/)

Boothbay Harbor

Für den ersten Stopp musst du kurz von der Hauptstraße abbiegen. Boothbay Harbor liegt etwa fünf Viertelstunden Fahrt von Portland entfernt. Dieses farbenfrohe Hafenstädtchen ist voller Geschäfte, Kunstgalerien und Restaurants. Wenn du im Frühling oder Herbst hierherkommst, solltest du dir die Coastal Maine Botanical Gardens nicht entgehen lassen. Es ist einer der größten botanischen Gärten Neuenglands und besonders schön im späten Frühling und frühen Herbst. Außerdem kannst du von Boothbay Harbor aus Bootsausflüge unternehmen, um Fischadler, Papageientaucher, Seehunde, Schweinswale und Wale zu beobachten.

Wiscasset / Rockland

Mach einen Zwischenstopp in Wiscasset, wenn du das berühmte Hummerrestaurant „Red’s Eats“ ausprobieren möchtest, bevor du weiter nach Rockland fährst. Erkunde den Rockland Harbor Trail oder parke deinen Mietwagen auf dem Parkplatz am Breakwater Lighthouse und spaziere über den langen Steinpier zum Häuschen und zum Leuchtturm. In der Stadt selbst erfährst du im Lighthouse Museum mehr über die Geschichte der Leuchttürme an der Küste von Maine.

Camden Harbor, Maine.
In den Häfen an der Küste von Maine liegen oft wunderschöne Segelboote, mit denen du Ausflüge unternehmen kannst. (Foto: https://pixabay.com/users/mbeale1960-19905621/)

Camden

Camden ist ein toller Ort zum Übernachten. Außerdem kannst du dort Kanu fahren oder eine Bootsfahrt mit einem historischen Schoner auf der Penobscot Bay unternehmen. Im Norden der Stadt kannst du zu Fuß oder mit dem Auto zum Gipfel des Mount Battie wandern. Von dort hast du einen schönen Blick über die Bucht. Ein höher gelegener Aussichtspunkt ist der Mount Megunticook, der allerdings etwas schwerer zu erreichen ist. Dafür erwartet dich ein schöner Aufstieg durch dichte Wälder, in denen die Bäume mit (Krusten-)Moosen bedeckt sind.

Prospect / Fort Knox

Die Schrägseilbrücke über die Penobscot Narrows in Maine mit einem Aussichtspunkt ganz oben auf dem ersten Pfeiler.
Die Schrägseilbrücke über die Penobscot Narrows in Maine mit einem Aussichtspunkt ganz oben auf dem ersten Pfeiler.

Wenn du mit deinem Mietwagen von Camden aus entlang der Bucht nach Norden fährst, kommst du nach Fort Knox. Hier findet sich ein Stück amerikanischer Geschichte, denn es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, um einen möglichen Angriff der Briten abzuwehren. Nur kam es nie dazu. Gleich daneben überspannt eine imposante Schrägseilbrücke die Penobscot Narrows. Besonders schön ist der Aussichtspunkt oben auf einem der beiden Pfeiler. Das Fort und die Aussichtsplattform sind vom 1. Mai bis zum 31. Oktober geöffnet.

Halbinsel Blue Hill

Nachdem du die Brücke überquert hast, fährst du auf der anderen Seite der Bucht weiter in Richtung Süden. Du befindest dich nun auf der Halbinsel Blue Hill und gelangst schließlich in das Hafenstädtchen Castine. In den Sommermonaten gibt es Führungen zu historischen Orten, aber du kannst dich auch selbst auf den Weg machen, indem du den Hinweisen auf der Virtual Tour auf deinem Handy.

Über die Deer-Isle-Brücke fährst du mit deinem Mietwagen zur gleichnamigen, zerklüfteten Insel. Entlang der gesamten Küste von Maine werden Hummer gefangen, aber Stonington an der südlichsten Spitze ist die Hauptstadt der Hummerfischerei. Künstler fühlen sich schon seit langem von den rauen Küsten und der völligen Abgeschiedenheit der Insel angezogen, und so findest du dort auch viele Kunstgalerien. Im Dorf Blue Hill findet zwischen Mai und Oktober jeden Samstag ein Bauernmarkt statt.

Bar Harbor

Leuchtturm von Bar Harbor.
Leuchtturm von Bar Harbor. (Foto: https://unsplash.com/@xergone)

Das letzte Stück nach Bar Harbor auf Mount Desert Island gehört bereits zur Acadia All-American Road. Bar Harbor ist der ideale Ausgangspunkt, um den Acadia-Nationalparks, der als das Kronjuwel der nordatlantischen Küste gilt. Denk aber daran, dass es hier in den Sommermonaten sehr voll ist und im Herbst viele Leute die Herbstfarben genießen wollen. Weiter unten geben wir dir einen Tipp für einen etwas weniger überlaufenen Teil dieses Nationalparks, aber zuerst geht’s nach Mount Desert.

3. Acadia-Nationalpark: Mount Desert

Der idyllische Jordan Pond mit Blick auf „The Bubbles“.
Der idyllische Jordan Pond mit Blick auf „The Bubbles“. (Foto: https://pixabay.com/users/lmmiller9-3018588/)

Die bekannteste Autoroute ist die Park Loop Road, die an den schönsten Orten im Osten dieses Nationalparks vorbeiführt. Diese gut vierzig Kilometer lange Straße ist ein absolutes Muss und führt an Highlights wie Sieur de Monts, Sand Beach, Thunder Hole, Otter Point, Jordan Pond und Cadillac Mountain vorbei. Letzterer ist besonders beliebt für einen Besuch bei Sonnenaufgang, aber auch für den Rest des Tages musst du ein Zeitfenster reservieren, wenn du mit dem Mietwagen hinauffahren möchtest. Natürlich solltest du das Auto auch mal stehen lassen, um dir die Beine zu vertreten, zum Beispiel auf dem Beehive Trail, einem anspruchsvollen Aufstieg, oder dem Bowl Trail, wenn du lieber etwas weniger steil wandern möchtest. Es gibt eine riesige Auswahl an Wanderwegen mit einer Gesamtlänge von fast zweihundert Kilometern.

Otter Point an der Küste des Acadia-Nationalparks in Maine.
Otter Point an der Küste des Acadia-Nationalparks in Maine. (Foto: https://pixabay.com/users/gregsabin-20713506/)

Die Westseite von Acadia ist etwas ruhiger und abgelegener – ideal zum Wandern, Bootfahren und Schwimmen. Außerdem gibt es von Mitte Mai bis Mitte Oktober Programme, bei denen Ranger dir die vielfältige Natur- und Kulturgeschichte des Parks näherbringen. Die Parkranger bieten nicht nur kurze Spaziergänge, sondern auch längere Wanderungen, Bootsfahrten und Kinderprogramme an. Es gibt spezielle Touren, um Wanderfalken und andere Greifvögel zu beobachten.

Die Carriage Ways (Kutschenwege) sind für (Miet-)Autos gesperrt, bieten aber wunderschöne Ausblicke.
Die Carriage Ways (Kutschenwege) sind für (Miet-)Autos gesperrt, bieten aber wunderschöne Ausblicke. (Foto: https://pixabay.com/users/cmauger-75137/)

Ende des 19. Jahrhunderts war Acadia ein Urlaubsziel für reiche Amerikaner, darunter der Ölbaron John D. Rockefeller Jr. Er ließ über siebzig Kilometer Kutschenwege anlegen, die es noch heute gibt. Der Mann tat das vor allem aus Eigeninteresse, denn er war gegen den zunehmenden Autoverkehr und wollte in aller Ruhe mit Pferd und Kutsche auf autofreien Straßen fahren. Diese idyllischen Routen sind nach wie vor für den motorisierten Verkehr gesperrt. Du musst also deinen Mietwagen stehen lassen und dich zu Pferd, mit der Kutsche oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen.

4. Schoodic National Scenic Byway

Ravens Nest an der Küste der Schoodic-Halbinsel.
Ravens Nest an der Küste der Schoodic-Halbinsel. (Foto: https://unsplash.com/@marthamonjaras)

Der Acadia-Nationalpark beschränkt sich nicht nur auf Mount Desert Island, auch die daneben liegende Halbinsel – Schoodic – gehört dazu, ist aber viel weniger überlaufen. Wenn du in Maine ein Auto gemietet hast, kannst du den Schoodic Scenic Byway auf keinen Fall verpassen. Der beginnt übrigens außerhalb des Nationalparks, an der Brücke zwischen Hancock und Sullivan. Hier kannst du mit einem Picknick an den Tidal Falls starten, einer Stromschnelle, an der Blaureiher und Eisvögel nach Beute jagen, vor allem bei Ebbe.

Um die Schoodic-Halbinsel zu erreichen, verlässt du die Hauptstraße und folgst der US Route 186 in Richtung Süden. Du kommst dann nach Winter Harbor, das ebenfalls vom Hummerfang lebt. Fahre weiter entlang der Küste der Halbinsel auf der Loop Road, die ab und zu direkt an der schäumenden Brandung vorbeiführt. An einer T-Kreuzung kannst du links abbiegen, um über die Mountain Road nach Schoodic Head zu fahren. Das ist der Ausgangspunkt für verschiedene Wanderwege durch Wälder und über felsiges Gelände, darunter der Buck Cove Trail und der Anvil Trail.

Wenn du an der T-Kreuzung geradeaus fährst, gelangst du schließlich zum südlichsten Zipfel der Halbinsel, dem Schoodic Point. Hier schlagen die Wellen gegen riesige Felsformationen. Ein Schauspiel, das du stundenlang beobachten kannst. Am schönsten ist das Spektakel bei Flut – informiere dich online über die Gezeiten.

5 Weiter entlang der Bold Coast

Der Machias-Fluss schlängelt sich durch unberührten Wald.
Der Machias-Fluss schlängelt sich durch unberührten Wald. (Foto: DownEast Acadia Regional Tourism)

Lust auf eine noch ruhigere Route entlang der traumhaften Küste von Maine? Dann folge dem Bold Coast Scenic Byway: über 230 Kilometer entlang einer atemberaubenden Küstenlinie, farbenfrohen Feldern voller Blaubeeren und beschaulichen Fischerdörfern. Genau wie anderswo an der Küste von Maine wird das Leben hier von den Jahreszeiten und den Gezeiten bestimmt, aber hier bist du wirklich abseits der ausgetretenen Pfade! Wir empfehlen dir, ein paar Abstecher zu machen, denn hier erlebst du das echte Maine.

Wellen schlagen gegen die felsige Küste von Great Wass Island.
Wellen branden gegen die felsige Küste von Great Wass Island. (Foto: Crystal Hitchings)

Einen solchen Abstecher kannst du gleich zu Beginn dieser Route machen, indem du ganz in der Nähe des Startpunkts in Milbridge zunächst einen Spaziergang zum Gipfel des Pigeon Hill unternimmst. Von dort hast du einen schönen Blick auf die (Halb-)Inseln, die wie Landblasen im umliegenden Meer schwimmen. Von Milbridge fährst du am Fluss Narraguagus entlang nach Cherryfield, der „Blueberry Capital of the World“. Die Felder rund um dieses Städtchen sind voller Heidelbeeren, und die Sträucher färben sich im Herbst in prächtiges Rot und Orange. Außerdem gibt es in Cherryfield Dutzende historischer Häuser und anderer Gebäude in verschiedenen Stilrichtungen.

Das Fischerdorf Jonesport ist über eine Brücke mit Beals Island und Great Wass Island verbunden. Auf letzterer Insel kannst du den Mietwagen parken, um Wanderungen durch das Sumpfgebiet (Little Cape Point Trail) oder direkt entlang der rauen Küste (Mud Hole Trail) zu unternehmen. Mach einen Stopp für ein Hummerbrötchen in Machias am gleichnamigen Fluss, der im Bad Little Falls Park durch die Stadt rauscht.

Die Küste an der Bay of Fundy in Maine.
Die Küste an der Bay of Fundy in Maine. (Foto: https://pixabay.com/users/diearle-4325939/)

Nordöstlich von Cutler Harbor werden die rauen Küsten der Bold Coast durch die Gezeiten der Bay of Fundy weiter geformt. Diese Bucht weist den größten Tidenhub der Welt auf, mit einem durchschnittlichen Unterschied von sechzehn Metern zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Nebel kommt hier häufig vor, was zur mystischen Atmosphäre der schroffen, steilen Klippen mit ihren Fichten beiträgt.

Ein Stück weiter gelangst du zum östlichsten Punkt des amerikanischen Festlandes: Quoddy Head. Dort steht (natürlich) wieder ein Leuchtturm, diesmal rot-weiß gestreift, und von diesem Turm aus führt ein begehbarer Weg entlang der Küste. Dort gibt es Bänke, auf denen du in Ruhe den Blick über den Ozean genießen kannst. Lubec liegt an der einzigen Landverbindung zur Insel Campobello, einer Brücke, die nach Franklin D. Roosevelt benannt ist, da dieser US-Präsident sein Sommerhaus auf dieser Insel in Kanada hatte. Wenn du nach Campobello fahren möchtest, musst du bei der Buchung deines Mietwagens unbedingt angeben, dass du die Grenze überquerst.

Hier geht in den USA die Sonne als Erstes auf: Quoddy Head.
Hier geht die Sonne in den USA als Erstes auf: Quoddy Head. (Foto: https://unsplash.com/@lzakusilo)

Vom Kai in Lubec aus kannst du Eastport auf Moose Island sehen. Luftlinie beträgt die Entfernung gut vier Kilometer, aber um mit deinem Mietwagen dorthin zu gelangen, musst du sechzig Kilometer fahren. Ach, das ist keine Strafe, denn es ist eine schöne Strecke entlang tiefer Buchten. Eastport ist ein Fischereihafen und eine Künstlergemeinde, was man vor allem an den vielen Galerien in der Water Street merkt. Zwischen Mai und Oktober kannst du von diesem Dorf aus Bootsausflüge unternehmen, um Wale zu beobachten. Dabei kommst du auch am Old Sow Whirlpool vorbei, dem größten Gezeitenstrudel der westlichen Hemisphäre.

6. Old Canada Road

Die US-201 verbindet Brunswick, gut vierzig Kilometer von Portland entfernt, mit der kanadischen Grenze, aber der malerische Teil der Strecke beginnt erst in Solon. Dieser Old Canada Road Scenic Byway schlängelt sich am Kennebec River entlang, umgeben von Bergen und Wäldern. Deshalb ist diese Strecke im Herbst besonders beliebt, denn dann zeigen die Bäume ihre schönsten Herbstfarben. Der nördliche Abschnitt ist wegen der großen Elchpopulation auch als „Moose Alley“ bekannt. Übrigens ist der Begriff „Old Canada Road“ ein bisschen irreführend, denn sie ist nach wie vor die wichtigste Straße nach Kanada, insbesondere in die Hauptstadt des französischsprachigen Teils, Québec City.

Die Houston Brook Falls bei Bingham.
Die Houston Brook Falls bei Bingham. (Foto: Mary Lou Ridley)

Ein „National Scenic Byway“ muss mehr sein als nur eine schöne Fahrt. Die Strecke muss historische Bedeutung haben und es muss viel zu erleben geben. Die Old Canada Road erfüllt diese Kriterien mehr als genug. Unterwegs kommst du an vielen historischen Markierungen vorbei, fährst durch spektakuläre Landschaften und es gibt unzählige Möglichkeiten für Outdoor-Abenteuer: Wandern, Mountainbiken, Reiten, Wildwasser-Rafting, Kanufahren und vieles mehr. Im Winter gibt es Möglichkeiten, mit dem Schneemobil unterwegs zu sein.

In Bingham überquerst du die Brücke über den Kennebec River und biegst dann rechts ab. Nach fast sechs Kilometern erreichst du einen Parkplatz, neben dem der Weg zu den Houston Brook Falls beginnt. Auf dem Rückweg kannst du am Ufer des Wyman Lake schwimmen und/oder picknicken.

Weiter nördlich kommst du an der „Million Dollar Birdhouse Wall“ vorbei. Diese kilometerlange Holzstützmauer kostete eine Million Dollar, und irgendwann kam jemand auf die Idee, ein Vogelhäuschen daran zu befestigen. Mittlerweile sind es Hunderte. Achtung: Hier kannst du nicht anhalten, das geht erst etwas weiter bei der Wyman Lake Rest Area. Wenn du The Forks erreichst, solltest du unbedingt den Dead River besuchen, der alles andere als tot ist, denn dort kannst du direkt hinter den Grand Falls Wildwasser-Rafting machen. Weiter vorne, bei der Ortschaft Jackman, kannst du auf dem beliebten und sehr schönen Moose River Kanu fahren.

Elche sind wunderschön anzusehen, aber pass auf, dass sie nicht plötzlich vor deinem Mietwagen auftauchen.
Elche sind wunderschön anzusehen, aber pass auf, dass sie nicht plötzlich vor deinem Mietwagen auftauchen. (Foto: https://unsplash.com/@adamnir)

Willst du nicht ganz bis zur kanadischen Grenze fahren und auch nicht denselben Weg zurücknehmen? Dann fahr von Jackman aus nach Osten in Richtung Moosehead Lake. Das mit Inseln übersäte Wasser des Sees erstreckt sich so weit das Auge reicht und ist von weitläufiger, bewaldeter Wildnis umgeben. Die kleine Halbinsel Mount Kineo sticht besonders hervor: Der Felsen ragt hoch aus dem Wasser empor. Von einem ehemaligen Feuerturm aus hast du einen fantastischen Blick über den See und die Inselchen. Dafür musst du allerdings den Mietwagen am Straßenrand abstellen, denn du kommst nur mit einem Shuttleboot dorthin. Am südlichen Ufer dieses Sees liegt das malerische Städtchen Greenville, wo du eine Fahrt mit dem historischen Dampfschiff „Katahdin“ unternehmen kannst.

7. Rangeley Lakes

Der Rangeley Lakes Scenic Byway ist nur 57 Kilometer lang und führt durch eine unberührte Seenlandschaft mit sechs großen Seen und Hunderten kleinerer Teiche, Flüsse und Bäche. Elche und Rehe bevölkern die Wälder, zusammen mit Bibern, Ottern und Nerzen. In dieser ruhigen, naturbelassenen Gegend kannst du sogar Bären beobachten. Auch diese von Bäumen gesäumte Strecke ist wegen der prächtigen Herbstfarben im Herbst sehr beliebt.

Im wasserreichen Maine kannst du überall Kanu oder Kajak fahren.
Im wasserreichen Maine kannst du überall Kanu oder Kajak fahren. (Foto: https://unsplash.com/@kristelhayes)

Du kannst diesen Roadtrip an zwei Orten starten: in Roxbury oder in Madrid, die jeweils 135 und 160 Kilometer von Portland entfernt liegen. Nimm bei warmem Wetter deine Badesachen mit, denn unterwegs kannst du an verschiedenen Stellen ins Wasser springen. Zum Beispiel bei den Smalls Falls, einer Reihe von Wasserfällen auf mehreren Ebenen, die von der Hauptstraße aus leicht zu erreichen sind. Ein kurzer Pfad schlängelt sich an den Wasserfällen entlang und bietet mehrere Aussichtspunkte. Der Cascade Stream Gorge Trail ist ein 1,5 Kilometer langer Weg zu einer moosbewachsenen Schlucht mit rauschenden Wasserfällen und klaren Wasserbecken.

Aussicht vom „Height of the Land“ im Westen von Maine.
Aussicht vom „Height of the Land“ im Westen von Maine.

Der buchstäbliche höchste Punkt (Height of the Land) der Route liegt nicht weit von Roxbury entfernt. Von dort hast du einen herrlichen Ausblick auf die kleinen Inseln in den Seen, darunter den Mooselookmeguntic Lake. Versuch das mal auszusprechen. Dieser See ist ein Traum für Kajakfahrer, Angler und Ruhesuchende. Haines Landing in Oquossoc ist der ideale Ort, um ein Kajak oder Kanu zu mieten, zu picknicken oder die Angel auszuwerfen. Dort beginnt auch der Bald Mountain Trail. Diese sechs Kilometer lange Rundwanderung ist relativ einfach, auch wenn es kurze steile Abschnitte gibt. Auf dem Gipfel steht ein Feuerturm, sodass du über den Baumwipfeln einen 360-Grad-Blick rundum genießen kannst. Diese Gegend ist ein idealer Lebensraum für Elche, also halte die Augen offen, um sie zu entdecken.

8. Pequawket Trail

Möchtest du lieber etwas näher bei Portland bleiben? Auch dann kannst du einen Ausflug auf einer wunderschönen Panoramastraße machen: dem Pequawket Trail. Die Route schlängelt sich am Fluss Saco entlang und es gibt jede Menge Möglichkeiten zum Schwimmen, Angeln oder Kajakfahren und – im Winter – zum Langlaufen oder für Touren mit dem Schneemobil.

Die Bäume am Sebago Lake in Herbstfarben.
Die Bäume am Sebago Lake in Herbstfarben.

Der Startpunkt liegt an der Two Trails Junction etwas außerhalb von Standish, etwa 45 Autominuten westlich von Portland. Bevor du deinen Roadtrip startest, solltest du dir unbedingt den Sebago Lake ansehen, den zweitgrößten See von Maine. Schwimmen kannst du auf der anderen Seite von Standish, bei den Steep Falls am Saco River. Auf dem Weg nach Fryeburg gibt es unzählige Möglichkeiten für Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. So siehst du bei Hiram ein kleines Schild am Straßenrand, das auf einen Parkplatz für deinen Mietwagen vor den Mount Cutler Trails hinweist. Sei aber auf felsige und manchmal steile Wege vorbereitet.

Fryeburg ist ein ruhiges Dörfchen am Saco – außer im Herbst, wenn die Fryeburg Fair stattfindet, eine Woche lang ab dem letzten Samstag im September. Dieser klassische Jahrmarkt zieht Besucher aus ganz New England an. Neben Fahrten mit dem Riesenrad oder Karussells kannst du dort an „verrückten“ Wettbewerben teilnehmen, zum Beispiel beim Weitwerfen einer Bratpfanne oder eines Ambosses. An warmen Sommertagen kannst du in Fryeburg ein Kanu, ein Kajak oder einen Schlauch booten mieten, um den Saco hinunterzutreiben, unterbrochen von Pausen an einem der kleinen Strände. Die ruhige Strömung des Flusses erledigt den Großteil der Arbeit.

Die historische Hemlock Covered Bridge bei Fryeburg, Maine.
Die historische Hemlock Covered Bridge bei Fryeburg, Maine. (Foto: https://unsplash.com/@lauramichaelski23)

Die überdachte Hemlock-Brücke aus Holz aus dem Jahr 1857 über den alten Flusslauf des Saco ist ein historisches Wahrzeichen. Du kannst dorthin fahren, bevor du Fryeburg erreichst, oder danach, wenn du dem Pequawket Trail weiter nach Norden folgst. Die letzten fünfzig Kilometer führen teilweise durch den Nachbarstaat New Hampshire und den White Mountain National Forest. Eine Alternative ist, von Fryeburg aus nach Westen zu fahren, quer durch den Nationalpark und über den Kancamagus Pass. Das ist im Herbst eine fantastische Fahrt, um die bunten Herbstblätter zu bewundern.

Mit dem Mietwagen in Maine unterwegs

State Route 9 östlich von Bangor, Maine.
State Route 9 östlich von Bangor, Maine. (Foto: https://unsplash.com/@michaelbweidner)

Wenn du in Maine mit einem Mietwagen unterwegs bist, musst du immer auf Tiere achten, die mitten auf der Straße stehen oder plötzlich die Straße überqueren. Vor allem im Norden und Westen des Bundesstaates ist es nicht ungewöhnlich, dass dir ein Reh oder ein Elch begegnet. Schau immer weit nach vorne und verlangsame deine Fahrt, wenn du Tiere entdeckst. Wir raten dir davon ab, nachts zu fahren, aber wenn du es doch tust, musst du besonders aufmerksam sein. Da Elche so groß sind, siehst du die Reflexe ihrer Augen nicht sofort, wie es bei den kleineren Rehen der Fall ist.

Wann solltest du in Portland ein Auto mieten?

Juli und August sind die Hochsaison in Maine. Kein Wunder, denn die Temperaturen sind dann angenehm, es gibt zahlreiche Veranstaltungen, Museen und andere Sehenswürdigkeiten sind geöffnet und es ist eine tolle Zeit, um vor der Küste Wale zu beobachten. Außerdem ist die Regenwahrscheinlichkeit deutlich geringer als im Frühling oder Herbst. Demgegenüber ist es im Frühling ruhiger und die erwachende Natur hat ebenfalls ihren Reiz. Im Herbst färben sich die vielen Bäume von Grün zu Gelb, Orange und Rot – ein wunderschöner Anblick. Denk aber daran, dass diese Zeit in Maine nur relativ kurz dauert: meist von Mitte September bis Anfang Oktober.

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