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3. August 2026

Die 14 besten Tagesausflüge mit dem Mietwagen ab Rom

Oder miete dir ein Auto für einen Roadtrip durch die Abruzzen

Alle Wege führen nach Rom. Dieses berühmte Sprichwort spiegelt die Bedeutung der Stadt in der Geschichte wider. Die italienische Hauptstadt war das Zentrum des Römischen Reiches, das über ein ausgedehntes Straßennetz verfügte. All diese Straßen führten tatsächlich nach Rom. Und das ist bis heute so geblieben, weshalb die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge mit dem Mietwagen zu interessanten Zielen und schönen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung ist. Denn auch wenn Rom als die Schatzkammer voller Geschichte, Kunst und Kultur bekannt ist, solltest du den Rest Mittelitaliens nicht außer Acht lassen. Im Folgenden beschreiben wir Tagesausflüge zu nahegelegenen Juwelen in der Region Latium und einen ausgedehnten Roadtrip durch die unbekannte, aber wunderschöne Region Abruzzen.

Die Region Abruzzen ist zwar wenig bekannt, aber wunderschön.
(Foto: https://unsplash.com/@rmarte)

Tagesausflüge ab Rom

Tagesausflüge ab Rom sind perfekt für alle, die die reiche Geschichte, die natürliche Schönheit und die charmanten Städtchen Italiens erkunden möchten. Hier sind 14 Reiseziele und Sehenswürdigkeiten, die du ganz einfach erreichen kannst, wenn du in Rom ein Auto mietest.

1. Ostia Antica

Wenn du durch Ostia Antica schlenderst, kannst du dir vorstellen, wie das Leben in der Römerzeit war.
Wenn du durch Ostia Antica schlenderst, kannst du dir vorstellen, wie das Leben in der Römerzeit war. (Foto: https://unsplash.com/@epsika)

Nur eine halbe Autostunde von der italienischen Hauptstadt entfernt bietet Ostia Antica einen Einblick in das Leben im alten Rom. Diese archäologische Stätte war der Seehafen des alten Roms und verfügt über gut erhaltene Ruinen, darunter Thermen, Tempel und ein Amphitheater, das Platz für viertausend Zuschauer bot. Wenn du die Hauptstraße Decumanus Maximus entlangläufst, fühlt es sich an, als würdest du eine Zeitreise in die Vergangenheit machen. Verpasse auf keinen Fall die Terme di Nettuno, ein Badehaus aus dem zweiten Jahrhundert mit beeindruckenden Bodenmosaiken. In der Taverne Thermopolium („Ort, an dem etwas Warmes verkauft wird“) kannst du sogar Spuren der Speisekarte an der Wand erkennen.

Nur wenige Gehminuten von den Ausgrabungsstätten entfernt liegt das mittelalterliche Ostia, das von Papst Gregor IV. erbaut wurde und daher damals Gregoriopolis hieß. Es ist vielen Touristen unbekannt, aber es ist der perfekte Ort für einen Happen oder einen Drink nach deinem Besuch der Ausgrabungsstätten. Wenn du lieber ins Meer springen möchtest, kannst du zum Strand von Lido di Ostia gehen. Er ist bei den Einwohnern Roms sehr beliebt und kann in den Sommermonaten ziemlich voll sein.

2. Tivoli: Villa d’Este und Villa Adriana

Die Gärten und Springbrunnen der Villa d’Este in Tivoli bei Rom.
Die Gärten und Springbrunnen der Villa d’Este in Tivoli bei Rom. (Foto: https://unsplash.com/@panteo)

Tivoli liegt nur dreißig Kilometer östlich von Rom. Die Stadt selbst hat eine schöne Altstadt, aber vor allem zwei große Villen ziehen Besucher an. Die Villa d’Este ist ein Renaissance-Palast aus dem 16. Jahrhundert mit wunderschönen Fresken, Gärten und Brunnen, darunter der berühmte Neptunbrunnen. Die Villa Adriana ist eine Ruine: die Überreste der Sommerresidenz des römischen Kaisers Hadrian. Diese beiden Denkmäler stehen auf der Liste des Weltkulturerbes. Durch die etwas kühlere Lage (auf einem Hügel) war Tivoli jahrhundertelang ein Rückzugsort für die Reichen aus Rom. Das sieht man noch gut am Anwesen rund um die Villa Gregoriana mit Wasserfällen und Grotten.

Tivoli ist mit einem Mietwagen gut erreichbar und bietet eine herrliche Auszeit vom Trubel Roms. Kurz vor der Stadt führt die SS5 durch Tivoli Terme, auch Terme di Roma genannt, wo du in einem der Spas wunderbar entspannen kannst.

3. Castel Gandolfo / Castelli Romani

Das malerische Städtchen Castel Gandolfo liegt am Lago Albano, etwa fünfundzwanzig Kilometer südöstlich von Rom. Es ist vor allem als päpstliche Sommerresidenz bekannt, die seit 2014 für Besucher geöffnet ist. Der Palastkomplex besteht aus verschiedenen Gebäuden: dem Palazzo Pontificio, der Villa Barberini, umgeben von wunderschönen Gärten, der Villa Cybo und einem kleinen Bauernhof. Du kannst den päpstlichen Palast von Castel Gandolfo nur im Rahmen einer Führung mit Audioguide besichtigen, die du am besten im Voraus reservierst.

Die Castelli Romani sind voller malerischer Städtchen, wie zum Beispiel Nemi am gleichnamigen See.
Die Castelli Romani sind voller malerischer Städtchen, wie zum Beispiel Nemi am gleichnamigen See.

Das kleine historische Zentrum der Kleinstadt Castel Gandolfo besteht aus charmanten Gassen mit Trattorien, in denen lokale Köstlichkeiten serviert werden, unter anderem entlang des Corso della Repubblica. Etwas südlich der Kleinstadt (entlang der Viale Pio XI) gibt es einen kleinen Parkplatz, von dem aus du einen Panoramablick über den See hast.

Dieser See und der nahegelegene Lago di Nemi gehören zur Region Castelli Romani, einem Gebiet mit Wäldern, Weinbergen und alten Städtchen und Dörfern mit historischen Weinkellern. Du kannst dort wandern, Rad fahren und Kajak fahren, aber auch auf kulinarische Entdeckungsreise gehen. Die Spezialität dieser Region ist Porchetta (gewürztes, am Spieß gebratenes Schweinefleisch), das in einem Brötchen serviert wird und zu dem du natürlich einen leckeren lokalen Wein trinkst.

4. Orvieto

Das hochgelegene Orvieto, mit dem deutlich sichtbaren Dom und dem Torre del Moro.
Das hochgelegene Orvieto mit dem deutlich sichtbaren Dom und dem Torre del Moro. (Foto: https://www.pexels.com/@marian-moravcik-38058569/)

Auf halbem Weg zwischen Rom und Florenz liegt die Stadt Orvieto auf dem Gipfel eines Vulkankegels. Dort gibt es einen perfekten Platz, um deinen Mietwagen zu parken: den „Parcheggio Percorso Meccanizzato“. Von diesem Parkhaus führen Rolltreppen hinauf in die Altstadt. Die schönen mittelalterlichen Gassen laden zum Erkunden ein, und überall gibt es kleine Restaurants, Geschäfte und Panoramablicke. Was Orvieto so besonders macht, ist die beeindruckende Kathedrale, eine der größten gotischen Kirchen Italiens. Die Fassade ist mit farbenfrohen Mosaiken und wunderschönen Skulpturen verziert. Die anderen Wände bestehen aus abwechselnden Schichten aus weißem Travertin und blaugrauem Basalt. Dadurch entsteht ein Zebramuster, das sich auch an den Säulen im Innenraum wiederfindet. Drinnen kannst du wunderschöne Fresken bestaunen. Übrigens ist dies nicht die älteste Kirche von Orvieto – das ist die Chiesa di San Giovenale, die vor gut tausend Jahren erbaut wurde.

Nicht weit von der Kathedrale entfernt steht der Torre del Moro aus dem 13. Jahrhundert. Die mittelalterliche Treppe wurde durch eine moderne Holztreppe mit nicht weniger als 230 Stufen bis zur Spitze ersetzt. Die ersten 60 Stufen kannst du überspringen, wenn du den Aufzug nimmst. Natürlich hast du von oben einen Panoramablick über die Stadt und die Umgebung, darunter die Berge der Apenninen im Osten.

Der Brunnen „Pozzo di San Patrizio“ ist ein technisches Meisterwerk aus dem 16. Jahrhundert.
Der Brunnen „Pozzo di San Patrizio“ ist ein technisches Meisterwerk aus dem 16. Jahrhundert. (Foto: https://unsplash.com/@cesconfra)

Im Osten von Orvieto gibt es ein vier Jahrhunderte altes Wunderwerk der Technik zu bestaunen: den Pozzo di San Patrizio (St.-Patrick-Brunnen). Er sollte die Stadt während Belagerungen mit Wasser versorgen. Entlang des Brunnens kannst du über eine Wendeltreppe hinuntergehen.

Tief in den Boden vorzudringen, war nicht nur den Menschen im Mittelalter vorbehalten. Schon vor 2500 Jahren drangen die Etrusker unter die Erde vor und legten ein komplexes Netz an. Unter der „modernen“ Stadt verbirgt sich daher ein Labyrinth aus Tunneln, Treppen, unerwarteten Durchgängen und Kammern. Es ist faszinierend, mit „Orvieto Underground“ diese spannende Schicht der Geschichte von Orvieto zu entdecken.

5. Monti Simbruini

Der Wasserfall Cascata di Trevi in den Monti Simbruini, einem Teil der Apenninen.
Der Wasserfall Cascata di Trevi in den Monti Simbruini, einem Teil der Apenninen.

Wenn der Verkehr rund um Rom nicht allzu dicht ist, fährst du von der italienischen Hauptstadt aus in etwa einer Stunde nach Subiaco, dem Tor zum Nationalpark Monti Simbruini. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet in den Apenninen mit bis zu zweitausend Meter hohen Gipfeln, ausgedehnten Wäldern, großen Karstplateaus und einer Fülle an Quellwasser (der Name leitet sich vom Lateinischen „sub imbribus“ – unter dem Regen – ab). Durch den Park führen verschiedene Straßen, die an mehreren kleinen Dörfern vorbeiführen, die reich an historischen Denkmälern sind. Eine schöne Autofahrt führt zum Beispiel über eine kurvenreiche Straße zum Kloster San Benedetto und zum Sacro Speco (heilige Höhle), wo der junge Benedikt Zuflucht suchte. Auch wenn du nicht vorhast, das Kloster oder die Höhle zu besuchen, ist es eine schöne Fahrt über die SP45a. Weiter vorne mündet die Straße in die SP193, die zum Wasserfall Cascata di Trevi führt.

6. Cerveteri / Tarquinia

Eines der alten etruskischen Gräber in der Nekropole von Banditaccia.
Eines der alten etruskischen Gräber in der Nekropole von Banditaccia. (Foto: https://unsplash.com/@klaus20)

Bevor die Römer auftauchten, war Cerveteri eine blühende Handelsstadt der Etrusker an der Küste des Tyrrhenischen Meeres. Die wohlhabende Oberschicht konnte sich große Grabkammern leisten, die noch heute etwas nördlich der modernen Stadt zu sehen sind. Diese faszinierende „Necropoli della Banditaccia“ ist neben der von Tarquinia, gut fünfzig Kilometer nordwestlich von Cerveteri, eine der größten etruskischen Nekropolen. Beide stehen auf der UNESCO-Welterbeliste. Einige der riesigen runden Tumuli (Grabhügel) sind reich verziert. Das sogenannte Reliefgrab enthält zum Beispiel viele Details eines etruskischen Haushalts, die in Stein dargestellt sind.

Das archäologische Museum in Cerveteri ist nicht besonders groß, aber nach deinem Besuch der Nekropole sehr interessant. Hier siehst du die Gegenstände, die Archäologen in den Grabkammern gefunden haben. Außerdem erfährst du dort mehr über die Rituale und Traditionen im Leben der Etrusker. Das Museum in Tarquinia verfügt über eine größere Sammlung von Urnen, Keramik, Fresken, Skulpturen und anderen etruskischen Kunstwerken.

7. Cività di Bagnoregio

Cività di Bagnoregio in Latium ist nur über eine Fußgängerbrücke erreichbar.
Cività di Bagnoregio in Latium ist nur über eine Fußgängerbrücke erreichbar. (Foto: https://unsplash.com/@cathkerr)

Du hast bestimmt schon mal Fotos von der legendären Fußgängerbrücke nach Cività di Bagnoregio gesehen (wie oben), die hoch oben auf einem erodierenden Felsen liegt. Der Ort hat den Ruf einer „sterbenden Stadt“, aber das trifft eigentlich nicht mehr zu, seit Cività fest auf der touristischen Landkarte verankert ist. Um diese Position zu sichern, wurden Maßnahmen ergriffen, um die Erosion des Tuffsteins einzudämmen und einen vollständigen Einsturz des Felsens zu verhindern. Früher gab es eine schmale Verbindung zwischen Cività und dem größeren und belebteren Bagnoregio. Dieser Pfad ist komplett verschwunden, sodass Cività nun einsam auf einem schmalen Felsen thront. Im geologischen Museum erfährst du, warum das so gekommen ist, und siehst Fotos des ehemaligen schmalen Pfades zwischen den beiden Orten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deinen Mietwagen zu parken, aber je näher du an der Fußgängerbrücke bist, desto schwieriger ist es, einen freien Parkplatz zu finden. Die besten Chancen hast du auf dem Parkplatz Battaglini in Bagnoregio. Dort findest du Schilder, die dir den Weg zu Fuß nach Cività weisen.

8. Pozze del Diavolo / Dolina del Revotano

Poggio Cantino ist ein Bergdorf in der Region Sabina, etwa siebzig Kilometer von Rom entfernt. Es ist eine wunderschöne Gegend für schöne Ausflüge mit deinem Mietwagen und Wanderungen zu Sehenswürdigkeiten wie denPozze del Diavolo (Teufelsbecken). Dazu fährst du von Poggio Cantino aus nach Osten und parkst das Auto kurz hinter der kleinen Steinbrücke über den Bach Galantina. Dort beginnt ein Weg zur Grotta di San Michele, aber wenn du dreißig Meter weitergehst, findest du auf der rechten Seite des Weges einen Pfad, der zum Bach hinunterführt. Such dir eine geeignete Stelle, um diesen seichten Bach zu überqueren. Auf der anderen Seite führt ein leicht begehbarer Weg am Wasser entlang, und nach gut zweihundert Metern kommst du zu kleinen Wasserfällen, die kristallklare Wasserbecken gebildet haben. Ein herrlich abgelegener und ruhiger Ort! Zieh für diese Wanderung Schuhe mit gutem Halt an, und ein Wanderstock ist auch kein überflüssiger Luxus.

Die mit Moos bewachsene Vegetation in der tiefen Doline Revotano in der Nähe des malerischen Dorfes Roccantica.
Die mit Moos bewachsene Vegetation in der tiefen Doline Revotano in der Nähe des malerischen Dorfes Roccantica.

Nördlich von Poggio Cantino liegt der tiefe Krater „Dolina del Revotano“, ein Doline, der durch den Einsturz einer Höhle entstanden ist. Er hat einen Durchmesser von etwa 250 Metern und ist 130 Meter tief. Auch hier brauchst du gutes Schuhwerk, um über einen sehr steilen Pfad den Grund zu erreichen. Durch die feuchte Umgebung sind manche Abschnitte zudem ziemlich rutschig. An den schwierigsten Stellen gibt es Seile, an denen du dich festhalten kannst, aber der Abstieg bleibt eine echte Herausforderung. Sobald du unten angekommen bist, hast du dank der außergewöhnlichen Vegetation alle Anstrengungen vergessen. Du befindest dich dort in einer bezaubernden Landschaft: Bäume, die komplett mit Moos bedeckt sind, aufgeschichtete Megalithen, Farne und eine unwirkliche Stille.

9. Bomarzo / Sacro Bosco

Die manchmal seltsamen Skulpturen im Parco dei Mostri in Bomarzo, Latium.
Die manchmal seltsamen Skulpturen im Parco dei Mostri in Bomarzo, Latium. (Foto: https://unsplash.com/@enryka82)

In der Nähe des gemütlichen Städtchens Bomarzo liegt der außergewöhnliche Skulpturenpark Sacro Bosco, auch bekannt als Parco dei Mostri (Monsterpark). Er wurde im 16. Jahrhundert angelegt, geriet aber im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit, bis Salvador Dalí ihn besuchte. Dort fand er die Inspiration für sein Gemälde „Die Versuchung des Heiligen Antonius“.

Der Garten ist voller fantastischer und grotesker Skulpturen von Fabelwesen, Riesen und Monstern, einer auf einer Schildkröte stehenden Frauenfigur, einem bedrohlich kippenden Haus und noch mehr seltsamen Skulpturen. Jede Skulptur verkörpert Elemente aus Mythen und Legenden und veranschaulicht oft komplexe Vorstellungen von Liebe, Tod und der menschlichen Natur. Faszinierend ist das Monster Orcus mit seinem klaffenden Maul, auf dem die Worte „ogni pensiero vola“ (jeder Gedanke fliegt) stehen. Du kannst in dieses Maul hineingehen und dich an den Tisch, die „Zunge“, setzen. Selbst wenn du dort flüsterst, ist man draußen deutlich zu verstehen. Mit anderen Worten: Deine Gedanken fliegen davon. All diese überraschenden Objekte zusammen sorgen für einen äußerst unterhaltsamen Besuch im „heiligen Wald“. Bomarzo liegt anderthalb Autostunden von Rom entfernt, zumindest wenn du über die mautpflichtige A1 fährst. Wähle die Regionalstraße SR2 für eine gemächliche Fahrt durch Städte und Dörfer.

10. Forre de Corchiano

Die faszinierenden engen Schluchten bei Corchiano in der italienischen Region Latium.
Die faszinierenden engen Schluchten bei Corchiano in der italienischen Region Latium.

Nur eine Autostunde von Rom entfernt findest du ein verstecktes Juwel. Ein Spaziergang durch eine tiefe Schlucht ist oft ziemlich anstrengend, aber im Fall der Forre de Corchiano handelt es sich um einen relativ flachen Weg, der zudem noch leicht erreichbar ist. Parke deinen Mietwagen bei der kleinen Kirche an der Via Sant’Egidio in Corchiano. Wenn dort kein Platz ist, kannst du das Auto an der Hauptstraße parken. Links von der Kirche führt ein Weg hinunter, und schon befindest du dich in einem Labyrinth aus schmalen Schluchten mit hohen Felswänden. Zwischen den Gängen verlaufen noch schmalere Tunnel, und weiter hinten findest du tiefe Höhlen und Nischen, die von den Etruskern ausgehöhlt wurden. Am Ende überquerst du eine alte römische Brücke zu einer Lichtung mit einem Wasserfall.

11. Lago di Bracciano / Lago di Martignano

Die Kleinstadt Bracciano am gleichnamigen See nordwestlich von Rom.
Die Kleinstadt Bracciano am gleichnamigen See nordwestlich von Rom. (Foto: https://www.pexels.com/@beyzahzah-89810429/)

Das charmante Städtchen Bracciano liegt vierzig Autokilometer von Rom entfernt am gleichnamigen See, umgeben von bewaldeten Hügeln. Da es nicht weit von der italienischen Hauptstadt entfernt ist, ist es ein beliebtes Wochenendziel für die Römer. Wenn du keinen Trubel magst, solltest du den Lago di Bracciano am Wochenende oder während der Schulferien lieber meiden. Trotzdem ist es dort, was den Umgebungslärm angeht, auffallend ruhig – dank des Verbots von Motorbooten. Das hat auch dazu geführt, dass das Wasser in diesem tiefen Kratersee sehr sauber ist. Ein Teil der Strände gehört zu Campingplätzen oder Hotels und ist nicht frei zugänglich. Frei zugänglich ist hingegen der Strand beim Dorf Anguillara Sabazia.

Neben einem schönen See zum Schwimmen, Kanufahren oder Kajakfahren hat Bracciano ein beeindruckendes Schloss, das hoch über der Stadt thront. Dieses Castello Orsini-Odescalchi im Renaissancestil ist heute ein Museum mit reich ausgestatteten Räumen und schönen Wandmalereien. Die Küche ist noch im Originalzustand erhalten, und man kann sich gut vorstellen, wie hier früher die Küchenmädchen mit den Töpfen hantierten. Ein Teil des Schlosses wird für Hochzeiten und Feiern vermietet, aber dafür musst du tief in die Tasche greifen.

Direkt neben dem Bracciano-See liegt der viel kleinere (und ruhigere) Lago di Martignano. Abgesehen von ein paar kleinen Restaurants gibt es rund um diesen See keine Bebauung. Für den Zugang zu den Grasufern musst du bezahlen.

12. Cascata delle Marmore

Mit etwas Glück entsteht ein Regenbogen, wenn sich die Schleusen an den Marmore-Wasserfällen öffnen.
Mit etwas Glück entsteht ein Regenbogen, wenn sich die Schleusen an den Marmore-Wasserfällen öffnen. (Foto: https://unsplash.com/@klaus20)

Die Marmore-Wasserfälle gehören zu den höchsten Europas und sind auch aus einem anderen Grund etwas Besonderes: Sie sind durch menschliches Eingreifen entstanden. Im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung verursachte der Fluss Sabina regelmäßig Überschwemmungen. Deshalb wurde der Fluss über einen Kanal zum 165 Meter tiefer gelegenen Fluss Nera umgeleitet. Etwas flussaufwärts befindet sich heute ein Stausee, weshalb der Wasserfall nicht den ganzen Tag über reichlich Wasser führt. Zwei- oder dreimal am Tag werden die Schleusen geöffnet, und du kannst die enorme Wassermenge genießen, die mit donnerndem Getöse und in drei beeindruckenden Kaskaden hinabstürzt. In der Nähe des Wasserfalls gibt es schöne Aussichtspunkte, wie den romantischen „Balcone degli Innamorati “ (Balkon der Verliebten), der nur über einen Tunnel erreichbar ist, und den spektakulären Ausblick bei der „Specola“. Auf der Website der Cascata delle Marmore kannst du nachsehen, wann die Schleusen geöffnet werden.

Flussabwärts der Wasserfälle kannst du verschiedene Sportarten ausüben. Während das Öffnen der Schleusen ist es herrlich zum Rafting, wenn der Fluss ruhiger ist, kannst du dort Kajak fahren oder River Walking machen.

13. Giardino di Ninfa

Der Nymphen-Garten wurde rund um alte Ruinen angelegt.
Der Nymphen-Garten wurde rund um alte Ruinen angelegt. (Foto: https://unsplash.com/@enryka82)

Der Giardino di Ninfa (Nymphen-Garten) liegt gut sechzig Kilometer südöstlich von Rom, ganz in der Nähe von Cisterna di Latina. Der Name leitet sich von einem sogenannten Nymphäum aus der Antike ab, einem den Nymphen geweihten Tempel auf einer Insel in dem kleinen See. Man glaubte nämlich, dass Nymphen an Quellen und Flüssen in dichten Wäldern lebten. Der Garten wurde um die Ruinen einer mittelalterlichen Siedlung angelegt und wird oft als der romantischste Garten der Welt bezeichnet.

Der Landschaftsgarten umfasst verschiedene Eichen, Zypressen und Pappeln, grasbewachsene Wiesen, eine große Auswahl an exotischen Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt, zahlreiche Wasserläufe und eine große Vielfalt an Kletterrosen und Farnen, die über die Steinmauern der Ruinen wachsen. Der Garten ist zwischen März und November für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Nymphen-Garten grenzt an ein weiteres schönes Gebiet, in dem die ursprüngliche Natur wiederhergestellt wurde, den Parco Naturale di Pantanello.

14. Terracina: Strand und Geschichte

Von Rom aus sind es gut hundert Kilometer Fahrt nach Terracina, wo du ein Bad im Meer mit einem Ausflug in die Geschichte verbinden kannst. Die Fahrt durch die Pontinische Ebene ist nicht besonders aufregend, aber sobald du in Terracina angekommen bist, hast du das schnell vergessen.

Der Tempel von Anxur-Jupiter hoch über Terracina in Latium ist mit einem Mietwagen gut zu erreichen.
Der Tempel von Anxur-Jupiter hoch über Terracina in Latium ist mit einem Mietwagen gut zu erreichen. (Foto: https://www.pexels.com/@arnis-rascal-126289208/)

Schon bevor die Römer dieses Gebiet eroberten, stand in Terracina ein Tempel für den Heiligen Anxur. Die Römer bauten diesen Tempel weiter aus und widmeten ihn Jupiter. Die beeindruckenden Überreste dieses Tempelkomplexes liegen verstreut auf drei Terrassen, hoch über der heutigen Stadt. In der Stadt selbst kannst du das römische Forum und einen Teil der berühmten Via Appia besichtigen. Das Besondere daran ist, dass viele Überreste aus der Römerzeit durch mittelalterliche Gebäude verdeckt waren und erst nach einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg wieder ans Licht kamen.

Terracina hat einen Stadtstrand, aber in der Umgebung gibt es schönere Strände. Du brauchst allerdings unbedingt einen Mietwagen, um dorthin zu fahren. In Richtung Osten kommst du an kilometerlangen Stränden vorbei in Richtung Sperlonga und Gaeta. Im Westen liegt der Badeort Sabaudia an einer Lagune hinter einem langgestreckten Strand.

Roadtrip durch die Abruzzen

Das Gran-Sasso-Gebirge in der italienischen Region Abruzzen, nicht weit von Rom entfernt.
Das Gran-Sasso-Gebirge in der italienischen Region Abruzzen, unweit von Rom. (Foto: https://unsplash.com/@nicolosali)

Die Region Abruzzen wird oft übersehen, ist aber ein wunderbares Reiseziel, vor allem, wenn du dir ein Auto gemietet hast. Die Region ist bekannt für ihre langen Strände an der Adriaküste, aber du findest dort auch idyllische Landschaften, alte Bergdörfer, in denen sich seit Jahrhunderten scheinbar nichts verändert hat, und nicht weniger als vier Nationalparks. Die Fahrt von Rom nach L’Aquila, der Hauptstadt der Abruzzen, dauert knapp zwei Stunden.

L’Aquila ist das Tor zum Parco Nazionale del Gran Sasso, zu dem unter anderem der höchste Gipfel der Apenninen, der Corno Grande (2912 m), gehört. Du kannst ihn besteigen, aber es ist eine ziemlich anstrengende Tour. Neben dem Besteigen der verschiedenen Gipfel kannst du hier reiten, Mountainbike fahren, Kanu fahren und Vögel beobachten. Im Winter kannst du dort Ski fahren und Langlaufen.

Es ist herrlich, durch die mittelalterlichen Gassen von Santo Stefano di Sessanio zu schlendern.
Es ist herrlich, durch die mittelalterlichen Gassen von Santo Stefano di Sessanio zu schlendern. (Foto: https://www.pexels.com/@gabriele-battimelli-137931284/)

Santo Stefano di Sessanio ist ein wunderschönes mittelalterliches Städtchen. Es wurde bei einem Erdbeben im Jahr 2009 schwer beschädigt, aber inzwischen sind fast alle Häuser wiederhergestellt. Sogar der eingestürzte Torre Medicea im Zentrum des Dorfes wurde wieder aufgebaut. Von Santo Stefano aus fährst du mit deinem Mietwagen ganz bequem über die SP7 nach Calascio, aber die kleine Straße zur Ruine der gleichnamigen Burg ist eine echte Serpentinenstraße. Dafür wirst du mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Von Calascio sind es fünfzig Kilometer bis nach Sulmona, das für sein „Confetti“ bekannt ist – mit Zucker überzogene Mandeln. Östlich dieses Ortes liegt der Parco Nazionale della Maiella. Du fährst durch mit dichten Wäldern bewachsene niedrigere Berge, während die hohen Gipfel kahl darüber ragen. Auf der Nordseite liegt das wunderschöne Valle dell’Orfento, wo du an einem wild fließenden Bächlein entlangspazieren kannst. Weiter südlich liegt das Städtchen Pescocostanzo zwischen sanften Hügeln, die ein wenig an Almwiesen erinnern. Über die SS17 kannst du zurück nach Sulmona fahren. Fahr hier vorsichtig, denn es können Tiere die Straße überqueren! Auch im Winter ist das eine schöne Strecke.

Das Städtchen Casoli liegt am Fuße der grün bewaldeten Maiella-Berge.
Das Städtchen Casoli liegt am Fuße der grün bewaldeten Maiella-Berge. (Foto: https://unsplash.com/@sterlinglanier)

Lust auf noch eine fantastische Strecke mit dem Mietwagen? Dann fahr von Sulmona aus über die SR479 in Richtung Südwesten. Zunächst fährst du durch die Gole del Sagittario, ein Gebiet mit Kalksteinschluchten, Wasserfällen und Wäldern. Zeit, die Beine zu vertreten, denn es gibt verschiedene Themenwege, darunter den „Sentiero del Fiume“ (Flussweg) und den „Sentiero Geologico“ (geologischer Pfad). Weiter geht’s am Lago di Scanno vorbei. Schon wieder Zeit, den Mietwagen stehen zu lassen – diesmal für ein erfrischendes Bad. Das Dorf Scanno ist ein ausgesprochen malerisches Städtchen mit steilen Gassen und einer Ansammlung von schiefergrauen Steinhäusern am Berghang. Nicht umsonst gehört es zu den „borghi più belli d’Italia“.

Der bezaubernde Lago di Scanno in der italienischen Region Abruzzen.
Der bezaubernde Lago di Scanno in der italienischen Region Abruzzen. (Foto: https://unsplash.com/@giusedr)

Südlich von Scanno geht es hinauf zum Passo Godi. Im Winter ist das ein perfektes Ziel für einen Tag voller Spaß im Schnee. Vor allem, wenn du mit kleinen Kindern unterwegs bist, denn dort kannst du nicht nur Ski fahren, sondern auch Fahrten mit Schlittenhunden unternehmen!

Auf dem Rückweg nach Rom solltest du dir den Parco Nazionale D’Abruzzo Lazio e Molise nicht entgehen lassen. Wie der Name schon sagt, liegt dieses Naturschutzgebiet an der Grenze dreier Regionen. Er bietet zu jeder Jahreszeit ein wunderbares Erlebnis in rauer Natur, und du kannst dort problemlos mehrere Tage verbringen. Du genießt unglaubliche Landschaften, wunderschöne Seen und klares Quellwasser, während du von Rehen, Adlern, Füchsen sowie mittelalterlichen Dörfern und Burgen umgeben bist. Es gibt ein großes Angebot an Wander- und Radwegen, und im Winter kannst du dort Ski fahren, snowboarden oder Schneeschuhwanderungen unternehmen.

Miete dir in Rom ein Auto und mach dich auf den Weg

Wir hoffen, dass wir dich zu schönen Ausflügen durch Latium und die Abruzzen inspiriert haben. Diese beiden italienischen Regionen sind weniger überlaufen als beispielsweise die Toskana, haben aber viel zu bieten. Wenn du Rom schon einmal gesehen hast, kannst du an einem der Flughäfen der italienischen Hauptstadt (Fiumicino oder Ciampino) ein Auto mieten und dich sofort auf den Weg machen, um das (noch) unbekannte Italien zu entdecken! Wenn du zuerst Rom sehen möchtest, kannst du dir in der Stadt ein Auto mieten – die meisten Autovermietungen findest du in der Nähe der Bahnhöfe Termini und Tiburtina.

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