Die italienische Insel Sardinien eignet sich hervorragend für einen Roadtrip mit einem Mietwagen. Den brauchst du zwar nicht, um die kulturellen Schätze von Cagliari zu besuchen, aber schon, wenn du mehr im Süden der Insel sehen möchtest. Und wer will das nicht? Wenn du dir ein Auto mietest, kannst du die spektakuläre Küste, prähistorische Nuraghen und andere alte Ruinen inmitten der mit Macchia bewachsenen sanften Hügel, Kalksteinberge, tiefen Schluchten und natürlich die charakteristischen Städtchen und Dörfer in vollen Zügen genießen.
Im Folgenden beschreiben wir eine Reise, die zunächst durch den Südwesten Sardiniens führt und dann durch das bergige Herz der Insel zur Ostküste und zurück in die Hauptstadt. Im Gegensatz zu Sizilien hat Sardinien große unbewohnte und abgelegene Gebiete mit wilden Landschaften. Wenn du dir die Zeit nimmst, die wunderschöne Natur auf dich wirken zu lassen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen, brauchst du für diesen Roadtrip etwa zwei Wochen. Aber du kannst die Reise so lang oder so kurz gestalten, wie du möchtest, da du ein Auto gemietet hast. Das gibt dir alle Freiheit, deine Route ganz nach deinen Wünschen zusammenzustellen. Suchst du nur die schönsten Strände im Süden Sardiniens? Auch darauf gehen wir ein!
Wie oben bereits erwähnt, brauchst du in Cagliari keinen Mietwagen. Mehr noch: Es ist nicht empfehlenswert, mit dem Auto durch die Stadt zu fahren, da es dort mehrere ZTLs (Zona a Traffico Limitato) und die besten Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte liegen genau in diesen Zonen. Die Hauptstadt Sardiniens ist auf Hügeln erbaut und die goldfarbenen Palazzi ragen sozusagen aus dem Mittelmeer empor. Die Kuppel der Cattedrale di Santa Maria aus dem 13. Jahrhundert ragt darüber hinaus. Im historischen Stadtzentrum kannst du stundenlang herumschlendern. Besuche auch das Museo Archeologico Nazionale, um mehr über die Nuraghenkultur zu erfahren, von der du auf dieser Rundreise zahlreiche Überreste entdecken wirst. Die schönste Aussicht hast du vom Bastione San Remy aus, einer monumentalen Aussichtsplattform.
Hast du schon Lust, gleich ins Meer zu springen? Ein kleines Stück östlich vom Stadtzentrum liegt der langgestreckte und breite Sandstrand Poetto. Das Wasser kann hier allerdings ziemlich kalt sein, und auch der starke Wind ist manchmal ein Spielverderber.
Von Cagliari aus fährst du über die SS195 in Richtung Südwesten. Gleich außerhalb der Stadt führt diese Straße quer durch eine Lagune, in der du oft Flamingos sehen kannst, vor allem im späten Frühling und im Sommer. Pula liegt keine vierzig Kilometer von Cagliari entfernt, es ist also eine kurze Fahrt mit deinem Mietwagen. Das Dorf ist ein guter Ausgangspunkt, um die archäologische Stätte Nora auf einer kleinen Halbinsel in der Nähe des gleichnamigen modernen Dorfes zu erkunden. Schon im neunten Jahrhundert v. Chr. war es ein mächtiger Ort, gegründet von den Phöniziern. Heute stammen die auffälligsten Überreste aus der Römerzeit, wie das Amphitheater, prächtige Mosaikböden und ein Badehaus.
Kurz bevor du die Ruinen von Nora erreichst, siehst du eine kleine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die Chiesa di Sant’Efisio, die fast direkt am Strand steht. Der Strand dort ist ganz nett, aber für wirklich schöne Strände musst du weiter in Richtung Südwesten fahren.
Schon beim Dorf Santa Margherita di Pula gibt es schöne Strände wie Calaverde und Pinus Village, aber noch schönere Strände liegen etwas weiter bei Chia: Spiaggia Sa Colonia und der kleinere Spiaggia Su Portu. Möchtest du lieber mal die Beine ausstrecken, anstatt am Strand zu liegen? Zwischen Pinus Village und Chia verläuft ein sehr schöner Weg entlang der Küste, die „Strada Romana“.
Die Costa del Sud erstreckt sich von Chia bis nach Teulada und ist einer der schönsten Küstenabschnitte im Süden Sardiniens. Entlang dieser Strecke verläuft eine herrliche Straße (SP71), die sich perfekt für eine Fahrt mit deinem Mietwagen eignet! Diese gut 25 Kilometer lange Straße gehört zu den „strade panoramiche“ Italiens: eine wunderschöne Fahrt mit traumhaften Ausblicken hinter jeder Kurve. Die Straße führt ständig bergauf und bergab, vorbei an einem strahlend blauen Meer und vielen kleinen weißen Stränden, die geradezu dazu einladen, kurz anzuhalten. Außerdem siehst du Wachtürme, die aus der Zeit stammen, als Spanien auf Sardinien das Sagen hatte. Achte aber auf Motorradfahrer und Rennradfahrer, die diese Strecke ebenfalls als herrlich anspruchsvoll empfinden.
Von Teulada aus sind es gut vierzig Kilometer bis zur Kleinstadt Sant’Antioco auf der gleichnamigen kleinen Insel vor der Südwestküste Sardiniens. Du kommst dabei an Tratalias Vecchia vorbei, und das ist auf jeden Fall einen Stopp wert. Es ist ein verlassenes mittelalterliches Städtchen mit einer schönen romanischen Kirche als Mittelpunkt. Diese Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die Chiesa di Santa Maria di Monserrato, steht mitten im „borgo antico“, einem Viertel, in dem seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts niemand mehr wohnt, das aber gut erhalten ist und einige renovierte Häuser aufweist.
Mit deinem Mietwagen fährst du über eine Landzunge und eine Brücke in das lebhafte Städtchen Sant’Antioco. Wie so viele andere Orte auf der Insel wurde es schon lange vor unserer Zeitrechnung von den Phöniziern gegründet – damals als Siedlung Sulki. Wie es dort vor etwa 2500 Jahren aussah, kannst du an einem Modell im Archäologischen Museum sehen. Dieses Museum ist Teil des „Parco storico archeologico“ mit einer faszinierenden Sammlung lokaler Funde, außerdem gibt es dort Modelle von Nuraghenhäusern. Im Park siehst du Überreste einer Akropolis und einer gut erhaltenen Nekropole.
An der Westküste der Insel findest du, gleich hinter dem Feriendorf I Ciclopi, einen großen Parkplatz, auf dem du deinen Mietwagen abstellen kannst, um zur felsigen Bucht Cala della Signora hinabzusteigen. Dort kannst du schwimmen oder schnorcheln, aber einen richtigen Strand gibt es nicht. Trage Wasserschuhe, denn die Felsen sind nicht gerade leicht zu begehen. Weiter südlich findest du die Grotta delle Sirene (Meerjungfrauenhöhle). Wie der Name schon vermuten lässt, ist diese Höhle auf dem Landweg ziemlich schwer zu erreichen und schon gar nicht mit deinem Mietwagen, da es dort nur Wanderwege gibt. Aber diese Wanderung ist an sich schon schön, denn du hast immer Blick aufs Meer, während du durch dichtes, duftendes Gebüsch läufst.
An der nördlichsten Spitze der Insel liegt Calasetta, ein Fischerdorf mit bunten Häusern, überragt vom Torre Sabauda. Dieser Turm wurde im 18. Jahrhundert erbaut, um die Meerenge zwischen Sant’Antioco und der Insel San Pietro gegen Seepiraten zu verteidigen. Ganz in der Nähe des Dorfes liegt der Strand Sottotorre, der ziemlich überlaufen sein kann. Alternativen sind Spiaggia La Salina und Spiaggia Grande, die etwas weiter entfernt liegen. Calasetta hat eine Fährverbindung zur kleineren Insel San Pietro, auf der jedoch keine Autos mitfahren dürfen.
Wenn du mit dem Mietwagen nach San Pietro fahren möchtest, musst du zurück aufs Festland fahren und die Fähre von Portovesme nehmen. Du kommst in Carloforte an, der eleganten Hauptstadt mit einer gemütlichen Promenade, gesäumt von Restaurants, Cafés und Terrassen. Auch in den gepflasterten Seitenstraßen mit ihren bunten Häusern findest du viele einladende Lokale.
San Pietro ist bekannt für seine schroffen Felsformationen an der Küste. Mach eine Fahrt über die Küstenstraßen und du stößt auf wunderschöne Aussichtspunkte. Zum Beispiel bei Capo Sandalo an der Westküste. Vom Parkplatz am Leuchtturm führen markierte Wanderwege durch das rötliche Gebüsch, das die Klippen bedeckt. Genau wie im weiter südlich gelegenen La Caletta kannst du dort einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen.
Zwischen Portovesme und Iglesias fährst du durch das ehemalige Bergbauzentrum Sardiniens. Das klingt nicht besonders sehenswert, und doch gibt es schöne Dinge zu entdecken, die an diese Vergangenheit erinnern. Biege zum Beispiel kurz vor Iglesias links ab und fahre über die SP83 nach Masua. Ganz in der Nähe dieses Dorfes liegt das Museum Porto Flavia, ein ehemaliger Hafen, der fünfzig Meter über dem Meeresspiegel in die Klippen gehauen wurde und hinter dem sich ein System von Bergwerksschächten erstreckt. Es ist ein Wunderwerk der Technik, das 1924 erbaut wurde, um Blei- und Zinkerz direkt aus dem Bergwerk auf Schiffe zu verladen. Es finden stündlich Führungen statt.
Iglesias hat einen Hauch von Spanien an sich – ein Erbe aus der Zeit, als Sardinien noch eine spanische Kolonie war. Die große Kirche in der Altstadt, die Cattedrale di Santa Chiara d’Assisi, ist dagegen typisch italienisch, denn sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, als die Republik Pisa hier das Sagen hatte. Das Centro Storico ist supergemütlich und ein guter Zwischenstopp auf deiner Rundreise über die Insel.
Östlich von Iglesias findest du die senkrechten Kalksteinwände von Domusnovas. Dort kommen Kletterer voll auf ihre Kosten. Es ist ein Paradies sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Sportkletterer. Außerdem kannst du in dieser Gegend viele Höhlen besuchen, wie zum Beispiel die Grotta San Giovanni, und Wasserfälle bewundern, darunter die Cascata di Piscina Irgas.
Von Iglesias aus schlängelt sich die SS126 durch bewaldete Hügel in Richtung Fluminimaggiore. Unterwegs kommst du an verschiedenen Sehenswürdigkeiten vorbei. Zunächst gibt es eine Abzweigung zum „Tempio Punico Romano di Antas“, den Überresten eines römischen Tempels mit ionischen Säulen aus dem dritten Jahrhundert, der auf den Ruinen eines punischen Heiligtums errichtet wurde.
Fünf Kilometer weiter entlang der kurvenreichen Strecke gibt es eine große Abzweigung zur Grotta di Su Mannau, wo du auf gut gepflegten Wanderwegen an Stalaktiten und Stalagmiten vorbeikommst. Die Höhle ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet auch eine willkommene kühle Abwechslung zu den hohen Temperaturen im Sommer.
Etwas weiter gibt es eine Abzweigung zu den „Sorgenti di Pubusinu“. Vom Parkplatz aus, etwa 400 Meter von der Hauptstraße entfernt, gibt es verschiedene Wanderrouten durch dieses schöne ehemalige Bergbaugebiet mit natürlichen Süßwasserquellen. An verschiedenen Stellen stehen außerdem Picknicktische, sodass du hier gemütlich in der freien Natur zu Mittag essen kannst. Das geht auch im „Giardino Su Zurfuru“, kurz bevor du nach Fluminimaggiore hineinfährst.
In diesem Dorf ist die alte Wassermühle (vecchio mulino ad acqua) heute ein kleines, aber interessantes ethnografisches Museum.
Suchst du einen breiten, aber ruhigen Sandstrand? Dann ist Dune di Piscinas genau das Richtige für dich! Mit einem Nachteil: Die Anfahrt ist nicht gerade einfach, und genau deshalb ist dieser wunderschöne Strand nicht so überlaufen. Um dorthin zu gelangen, fährst du mit dem Mietwagen von Fluminimaggiore aus auf der SS126 weiter nach Norden. Nach etwa vierzehn Kilometern siehst du die Abzweigung nach Piscinas. Du fährst über eine sehr kurvige Straße, und das letzte Stück durch das Dünengebiet ist Schotterpiste. Fahr also langsam, um Schäden durch hochspritzende Steine zu vermeiden. Nach einer sehr schmalen Brücke, auf der gerade mal ein Auto Platz hat, erreichst du den großzügigen Parkplatz und den herrlichen Strand. Das dahinter liegende Dünengebiet ist riesig und lädt zu schönen Spaziergängen ein.
Der Strand liegt ungefähr in der Mitte der Costa Verde (Grüne Küste), einem fünfzig Kilometer langen Küstenstreifen mit unberührten Dünen und Sandstränden. Leichter erreichbar als Piscinas ist der Strand beim Dorf Pistis. Direkt am Ort selbst ist der Strand ziemlich felsig, aber etwas weiter südlich beginnt der lange Sandstrand.
Piscinas gehört zur Gemeinde Arbus, und von dort aus fährst du in etwa anderthalb Stunden nach Laconi, einem ruhigen Bergstädtchen, umgeben von grünen Wäldern. Im malerischen Laconi ist das Menhir-Museum die große Attraktion – eine einzigartige Sammlung von vierzig Monolithen, den sogenannten Menhiren (perdas fittas). Diese aufrecht stehenden Steine, die etwa fünftausend Jahre alt sind, standen wahrscheinlich im Zusammenhang mit Bestattungsritualen.
Von Laconi aus sind es etwa 25 Kilometer Fahrt zu einer Sehenswürdigkeit, die du dir auf Sardinien eigentlich nicht entgehen lassen solltest: Su Nuraxi di Barumini. Es handelt sich um eine archäologische Stätte mit den am besten erhaltenen Türmen der Nuraghenkultur. Die Ruinen bieten einen einzigartigen Einblick in die Geschichte. Die Türme über heiligen Quellen sind aus riesigen, dicht aneinander gereihten Steinen im Tholos-Stil erbaut, und dazwischen verlaufen schmale Tunnel. Rechne mit einer gewissen Wartezeit, da jeweils nur eine Gruppe das Hauptgebäude betreten oder verlassen darf. Achtung: Wenn es regnet oder kurz zuvor geregnet hat, wird die Anlage oft geschlossen, da es dann zu rutschig und somit gefährlich ist. Schau dir daher die Wettervorhersage an, bevor du mit deinem Mietwagen dorthin fährst.
Laconi liegt ganz in der Nähe des Nationalparks Gennargentu, der übrigens eine sehr zerklüftete Form hat und sich bis zum Küstenstreifen zwischen Dorgali und Baunei erstreckt. Mit 74.000 Hektar ist dies der größte Naturpark Sardiniens, zu dem unter anderem die tiefe Schlucht Gola Su Gorropu und der höchste Gipfel der Insel, die Punta La Marmora (1.834 m), gehören. Routen zum höchsten und tiefsten Punkt des Nationalparks findest du in unserem Blog über den Norden Sardiniens.
Du musst schon kurvige Straßen mögen, wenn du mit deinem Mietwagen von Laconi aus Richtung Osten fährst. Der erste Abschnitt – über die SP52bis und SP52 – ist, was die Kurven angeht, noch ganz erträglich. Kurz hinter Villanova Tulo mündet diese Straße in die viel kurvenreichere SS198, die am Lago Basso del Flumendosa entlangführt. Auf den Hügeln rund um diesen Stausee stehen unzählige Nuraghen. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, in einem Agriturismo zu übernachten, wo du das authentische Landleben erleben kannst.
Weiter östlich durchquerst du die historische Region Ogliastra, die vor allem für ihre wunderschöne, wilde Küste mit Klippen und Buchten bekannt ist. Zunächst fährst du jedoch durch das Hinterland dieser Region, wo du wahre Juwelen der Geschichte und Tradition findest. Es ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Italiens, und jedes Dorf hat seine eigenen Bräuche. Seui, Lanusei und Baunei sind nur einige der Dörfer, die dich mit ihren alten Kirchen, charakteristischen Häusern und spektakulären Ausblicken auf die umliegenden Täler und Berge verzaubern, die auch dazu einladen, sie zu Fuß zu erkunden.
Die SS198 endet in Tortolì und mündet dort in die SS125. Wenn du dieser Straße nach Norden folgst, erlebst du eine der schönsten Autorouten Italiens. Mehr dazu kannst du in unserem Blog mit Tipps für den Norden Sardiniens lesen. Eine weitere Möglichkeit, die Küste hier in ihrer ganzen dramatischen Schönheit zu bewundern, ist, in Arbatax ein Boot zu mieten. Die Costa di Baunei besteht aus steilen Kalksteinfelsen, die sich aus türkisfarbenem Wasser erheben, abwechselnd mit geheimnisvollen Höhlen wie der Grotta dei Colombi und kleinen Buchten. In diesen Buchten findest du fast versteckte Strände, die am einfachsten mit dem Boot zu erreichen sind. Über Land kannst du einige dieser Strände zwar auch erreichen, aber stundenlanges Laufen in der Hitze ist nicht gerade angenehm.
Von Tortolì aus führen die SS125 und die SS125var nach Süden durch eine Art Niemandsland, in dem kaum jemand wohnt. Achtung: Die schnellere, neue Straße ist die SS125var, die alte Straße hat diesen Zusatz „var“ nicht. Wenn du es nicht eilig hast, empfehlen wir dir, der alten Straße zu folgen, die genauso gut gepflegt ist wie die neue. Bieg ab und zu in eine Seitenstraße ein, wenn du einen (ruhigen) Strand genießen möchtest, zum Beispiel bei Tertenia, wo du mit deinem Mietwagen zur Spiaggia di Foxi Manna fahren kannst, oder bei Quirra zur Spiaggia di Murtas.
Etwas weiter südlich, beim gemütlichen Örtchen Muravera, findest du weitläufige Strände, darunter den schmalen, aber enorm langen Spiaggia di San Giovanni. Dort findest du immer ein ruhiges Plätzchen, sogar in der Hochsaison. Die (alte) SS125 führt hier direkt vorbei und es gibt einen Parkplatz direkt am Strand.
Weiter südlich gelangst du zur Costa Rei mit ihren endlos langen Sandstränden. Manche Abschnitte sind in den Sommermonaten voll mit Liegestühlen und Sonnenschirmen, aber auch hier findest du ruhige Ecken – auch wenn du dafür oft ein Stückchen laufen musst.
Bei Villasimius findest du den wunderschönen Spiaggia di Porto Giunco, der die Grenze zwischen dem Tyrrhenischen Meer auf der einen Seite und einer Lagune auf der anderen Seite bildet. Vom kleineren Strand Capo Carbonara direkt südlich davon kannst du einen schönen Spaziergang über das gleichnamige Kap machen. Vom Parkplatz aus führt ein schmaler Pfad den Hügel hinauf. Nach einem kurzen Stück auf der unbefestigten Straße beginnt der Wanderweg mit fantastischen Ausblicken auf das Meer links und rechts der kleinen Halbinsel. Bei einer Bootsfahrt kannst du die Unterwasserwelt rund um das Kap erkunden, das ein Meeresschutzgebiet ist.
Den Rückweg nach Cagliari wirst du noch lange in Erinnerung behalten, denn das ist wieder eine großartige Strecke direkt entlang der Südküste Sardiniens. Von Villasimius aus folgst du der SP17 in Richtung Hauptstadt. Die Strecke ist vierzig Kilometer lang und bei normaler Geschwindigkeit brauchst du dafür etwa eine Stunde. Aber glaub uns: Du wirst viel mehr Zeit dafür brauchen. Was für traumhafte Ausblicke, was für schöne Strände, was für eine herrliche Straße. Das ist nun wirklich ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Roadtrips durch den Süden Sardiniens. Die Straße endet in Quartu Sant’Elena und am Strand Spiaggia del Poetto. Einfach runterlassen und nachgenießen!
Man hört oft, dass die schönsten Strände im Norden Sardiniens liegen. Aber wie wir oben schon ein paar Mal angedeutet haben, gibt es auch im Süden absolute Perlen zu entdecken. Bist du ein echter Strandliebhaber? Dann stellen wir dir hier die 9 schönsten Strände im Süden Sardiniens vor. Dabei gehen wir im Uhrzeigersinn vor, beginnend an der Ostküste und endend in der Mitte der Westküste. Bei dieser Auflistung haben wir berücksichtigt, dass du die Strände mit einem Mietwagen erreichen können musst. Die (oft ebenfalls wunderschönen) kleinen Buchten, die nur mit dem Boot erreichbar sind, sind hier also nicht dabei.
1. Strände bei Lido di Orrì
Diese Strände liegen etwas südlich von Arbatax und wechseln sich mit großen Felsbrocken ab. Ganz im Süden (Spiaggia Dei Milanesi) gibt es sogar nur noch Felsbrocken, zwischen denen man wunderbar schnorcheln kann. Die Strände in der Nähe des Badeortes Lido di Orrì haben herrlich feinen Sand und die Parkgebühren für deinen Mietwagen sind günstig.
2. Strände der Costa Rei
Auch hier handelt es sich nicht um einen einzigen Strand, sondern um mehrere Strände, die zusammen die Costa Rei bilden, zwischen dem Naturschutzgebiet Capo Ferrato im Norden und dem Badeort Sant’Elmo im Süden. Dazwischen liegt die Punta Di Santa Giusta. Der flach abfallende Strand eignet sich hervorragend für kleine Kinder, und in den Sommermonaten wird dort auch viel für die Kleinen organisiert.
3. Punta Molentis
Bei Villasimius im Südosten Sardiniens gibt es mehrere schöne Strände und Buchten (siehe oben), aber Punta Molentis sticht besonders hervor. Es handelt sich nämlich um eine schmale Landenge mit einer felsigen kleinen Halbinsel, sodass du auf beiden Seiten das Meer hast. Die Westseite ist sandig, die Ostseite besteht aus großen Felsbrocken, über die man herrlich klettern kann – genau wie zum höchsten Punkt der Halbinsel.
4. Strand von Tuerredda
Wenn du keinen Trubel magst, solltest du diesen Strand lieber meiden, denn Tuerredda ist sehr beliebt. Es ist nicht schwer zu erkennen, warum: Es ist ein wunderschöner weißer Sandstrand, der sich um eine Landzunge schlängelt und über die SP71 ganz leicht zu erreichen ist. Wenn du auf dieser Straße gut 500 Meter nach Osten fährst, kommst du zu einem kleinen Parkplatz, von dem aus ein Weg zu einem viel ruhigeren Strand führt.
5. Spiaggia Dune Bianche
Bei Porto Pino liegt ein Strand, der an hohe weiße Sanddünen grenzt. Der Kontrast zwischen dem strahlend weißen Sand der Dünen und dem azurblauen Wasser des Meeres ist phänomenal. Hinter dem Strand befindet sich eine ziemlich große Lagune, in der man manchmal (aber nicht immer) Flamingos beobachten kann. Ach ja, und natürlich kannst du auch einfach nur am Strand faulenzen und im Meer schwimmen.
6. Spiaggia Coaquaddus
Auf der kleinen Insel Sant’Antioco wird Maladroxia oft als der schönste Strand bezeichnet, aber mindestens genauso schön ist der weniger bekannte Coaquaddus. Das bedeutet im sardischen Dialekt „Pferdeschwanz“ und bezieht sich auf die gewundene Form. Der Strand wird durch eine kleine Felsformation in zwei Teile geteilt – ein beliebter Ort für Schnorchler.
7. Spiaggia di Cala Fico
Nicht jeder fährt mit dem Mietwagen zur kleineren Insel San Pietro, aber wenn du es tust, ist Cala Fico an der Westküste ein absolutes Muss. Es ist eine Kieselbucht mit kristallklarem Wasser, umgeben von hohen Felsen. Es sind nicht viele Leute da, da man über einen felsigen Pfad zum Strand hinabsteigen muss. Vom Parkplatz aus kannst du auch nach Capo Sandalo abbiegen, wo dich fantastische Wanderungen und Ausblicke erwarten.
8. Cala Domestica
Etwas südlich von Buggeru liegt eine intime Bucht, die auf beiden Seiten von hohen Kalksteinfelsen geschützt wird. Ist das Meer zu rau? Dann kannst du auch in ein natürliches Schwimmbecken, l’occhio di Giulia, beim spanischen Wachturm auf dem Felsen links in der Bucht springen. Auch ein schöner Ort für tolle Ausblicke und um den Sonnenuntergang zu genießen.
9. Dune di Piscinas
Wir haben diesen Strand oben schon erwähnt, nehmen ihn aber auch in diese Liste auf, um ihn noch einmal besonders hervorzuheben. Das ist was für Leute, die weitläufige Einsamkeit lieben: Sowohl am Strand als auch in den Dünen dahinter sieht man kaum jemanden. Das liegt vor allem daran, dass diese Küste etwas schwerer zu erreichen ist (über eine unbefestigte Straße), aber mit einem Mietwagen ist es gut machbar.
Sardinien ist innerhalb Italiens eine Ausnahme, denn es ist die einzige Region ohne Autobahnen. Die Landstraßen sind jedoch hervorragend und verbinden alle größeren Ortschaften. Sardinien ist bergig, und sobald du die Landstraßen verlässt, hast du es also mit Kurven zu tun. Viele Kurven. Und manche davon sind ziemlich scharf. Diese Straßen machen richtig Spaß beim Fahren und du genießt wunderschöne Ausblicke, aber du wirst auch schneller müde. Sorge also für genügend Pausen – und die findest du auf dem unglaublich schönen Sardinien wirklich leicht. Es ist auch schön, wenn ihr euch beim Fahren des Mietwagens abwechseln könnt. Wenn ihr ein Auto mit zusätzlichem Fahrer mietet, könnt ihr abwechselnd die Landschaft in vollen Zügen genießen. Wenn ihr weiter ins Landesinnere fahrt, können die Straßen unbefestigt sein. Fahre dort immer langsam, um Steinschlag zu vermeiden. Außerdem können im Landesinneren Tiere auf der Straße laufen, vor allem Schafe und Ziegen.
Achte darauf, dass dein Tank voll ist, wenn du eine Tour auf Sardinien startest. Du wärst nicht der Erste, der im weiten, unbewohnten Landesinneren etwas zu spät feststellt, dass die nächste Tankstelle erst fünfzig Kilometer weiter ist.
Obwohl große Teile Sardiniens fast unbewohnt sind und nur wenige Touristen anziehen, sind viele Strände in den Sommermonaten gut besucht. Trotzdem kannst du auch dann noch ruhige Ecken finden, wie wir oben beschrieben haben. Wenn du die Möglichkeit hast, sind Frühling und Herbst ideale Zeiten für einen Besuch auf Sardinien: wunderschöne Blumenpracht im Frühling und weniger Trubel, aber immer noch warm im Herbst. Egal, für welche Zeit du dich entscheidest – auf Sardinien wirst du es auf jeden Fall genießen, vor allem, wenn du mit einem Mietwagen unterwegs bist.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.